20.10.2026 - 09:01 Uhr

Warum Martin Suter KI-Texte nicht fürchtet

KI sei Wissen, nicht Intelligenz, sagt der Schweizer Autor Martin Suter. Gefühle zu haben, sei der Trumpf im Ärmel der Autorinnen und Autoren. Was ihn dennoch an der Entwicklung beruhigt.

Martin Suter: „KI kann nicht fühlen, wie es ist, verliebt zu sein.“ (Archivbild) Bild: Jennifer Brückner/dpa
Martin Suter: „KI kann nicht fühlen, wie es ist, verliebt zu sein.“ (Archivbild)

Der Schweizer Bestsellerautor Martin Suter fürchtet angesichts der Künstlichen Intelligenz (KI) nicht um die Literatur. „Die KI kann einen Liebesroman schreiben, aber sie kann nicht fühlen, wie es ist, verliebt zu sein“, sagt Suter der dpa. „Ich glaube, das ist unser Trumpf im Ärmel. Wir fühlen die Gefühle, die wir beschreiben. Und das, wenn man ein bisschen sensibel ist, merkt man beim Lesen.“

Suter betont den Unterschied zwischen Wissen und Intelligenz. „Wir merken doch den Unterschied zwischen einem Menschen, der Wissen hat, also der viel gelernt hat, und einem intelligenten Menschen. Das ist meine Hoffnung, dass wir diesen Unterschied auch in Zukunft spüren.“

Gefahr: Gewöhnung

Ein Freund habe ihm einmal ein paar Seiten zugeschickt, die er von einer KI „im Stil von Martin Suter“ erstellen ließ. Das Ergebnis habe ihn sehr beruhigt, sagt Suter - das sei mit seinen Texten nicht zu verwechseln gewesen. Es sieht aber ein Problem: Im Laufe der Zeit dürften immer weniger Leute merken, wenn etwas nicht echt ist, „denn man gewöhnt sich ja an diese Art“.

Suters neuer Roman „Ein und Alles“ kommt am 21. Oktober heraus - selbst geschrieben, wie er betont.

© dpa-infocom, dpa:261020-930-865042/1

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