Bei den Maßnahmen gegen Corona müssen auch die Folgen bedacht werden

Die Fallzahlen steigen und mit ihnen der Druck. Es gilt die Pandemie, das exponentielle Ansteigen der Corona-Infektionen, möglichst zu verlangsamen. Handeln ist geboten, aber es muss besonnen geschehen, meint Tobias Schwarzmeier

Angst vor Corona: Im Cafe vor dem Hofbräuhaus ist trotz bestem Wetter kein Gast.
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil
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Der Eindruck, der gegenwärtig entsteht, ist: Je flächendeckender und radikaler die Maßnahmen sind, umso besser. Das Abschotten einzelner Staaten etwa wie zuletzt Polen ist ein ureigener aktionistischer Krisenreflex – ebenso wie panikartige Hamsterkäufe – hilft aber ausschließlich dem auslösenden Politiker selbst. Unterbrochene Lieferketten dagegen keinem.

Das Schließen der bayerischen Schulen für fünf Wochen ist dagegen ein sinnvoller, weil effektiver Bremsklotz. Trotz aller damit verbundenen Probleme für Schüler, Lehrer und Eltern. Die Dauer über Infektionszyklen und Inkubationszeiten hinaus, wird steigende Infektionsraten dämpfen.

Wie hier sollte aber jedes Vorgehen mit Weitblick passieren. Der pauschale Rat, soziale Kontakte auf ein Minimum herunterzufahren, lässt diesen vermissen. Massenveranstaltungen abzusagen oder den Verteidigungsring um Senioren und Kranke eng zu ziehen, ist zweifellos richtig. Doch gilt es maßvoll vorzugehen und Folgen abzufedern.

Patienten, die Zuspruch nötig haben und nicht mehr besucht werden können, Veranstalter, die durch die gigantische Welle der Absagen in Schieflage geraten oder Gastronomen in leeren Wirtsstuben - auch sie drohen Opfer von Corona zu werden. Denn wenn das gesellschaftliche Leben zum Erliegen kommt, fehlt ein wichtiger Abwehrmechanismus in der Krise: gemeinsames Handeln.

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