Mehlmeisel
21.04.2020 - 18:17 Uhr

Musik für Tiere gegen Stille der Corona-Krise

Die Tiere im Wildpark Mehlmeisel sind es gewohnt, dass immer etwas los ist. Wegen der Ausgangsbeschränkungen fehlen nun die Besucher. Damit sich die Tiere aber nicht an die Stille gewöhnen, werden sie nun mit Musik unterhalten.

Hirschkälbchen im Wildpark Bild: gis
Hirschkälbchen im Wildpark

Schlager, Rockmusik und Violinkonzert: Die Tiere im oberfränkischen Wildpark Waldhaus Mehlmeisel hören in der Corona-Krise den ganzen Tag Musik. „Ohne die täglichen Besucher ist es hier sonst totenstill“, erklärte Betreiber Eckard Mickisch am Dienstag. „Rotwild, Auerwild oder Luchse würden sich schnell daran gewöhnen und scheu werden.“ Als er letztens nur kurz husten musste, seien schon alle Augen auf ihn gerichtet gewesen.

Seitdem stellen die Tierpfleger täglich eine Playlist zusammen. Die Musik dröhne dann von 8 bis 18 Uhr über Lautsprecher in die Tiergehege. Dabei sei es wichtig, dass alle Frequenzen abgedeckt werden, erzählte Mickisch. „Babys schreien ganz hoch, dafür eignet sich zum Beispiel ein Violinkonzert. Für Hundegebell brauchen wir Bums wie bei Highway to Hell von ACDC.“ Zwischen zwei, drei Liedern spielen sie den Tieren zur Abwechslung Aufnahmen von Besucherführungen vor. Der Bayerische Rundfunk hatte zuerst darüber berichtet.

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, mussten bayerische Tier- und Wildparke Mitte März ihre Tore für Besucher schließen. Dies gilt vorläufig bis zum 3. Mai.

Auch andere Tierparks wie Hellabrunn in München oder der Zoo Augsburg stellen fest, dass die Stille für die Tiere ungewohnt ist. „Sie sind wesentlich aufmerksamer“, sagte Barbara Jantschke, Direktorin des Zoos Augsburg. Wenn ein Tierpfleger an einem Gehege vorbeigehe, guckten die Tiere verdutzt. Musik werde in Augsburg aber nicht gespielt.

Wildpark Waldhaus Mehlmeisel

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.