17.09.2019 - 16:50 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Meisterwerke aus Hollywood

Geigenvirtuosin Anne-Sophie Mutter und Royal Philharmonic Orchestra begeistern auf Münchner Königsplatz

Anne-Sophie Mutter und Stardirigent David Newman mit dem Royal Philharmonic Orchestra.
von Helmut KunzProfil

Der emotionalste Moment war am Samstagabend, als die Solo-Virtuosin auf ihrer Stradivari in allerfeinsten Schattierungen und Nuancen das Thema aus „Schindlers Liste“ spielte. Es war die vorletzte Zugabe. Anne-Sophie Mutter ließ sich bei diesem Stück nur an wenigen Stellen und dann auch sehr verhalten vom Royal Philharmonic Orchestra begleiten. Gänsehautfeeling pur. Eine nachdenkliche Melodie, die das Publikum auf dem Königsplatz packte.

Das „Across the Stars“-Konzert mit Meisterwerken von Oscar-Preisträger John Williams tauchte das riesige Open-Air-Gelände mit den Gebäude-Ensembles im Zentrum der Landeshauptstadt nicht nur in eine Farbenpracht, sondern es erreichte die Besucher auch durch seine ungewöhnliche Zusammenstellung. Unter Leitung von Stardirigent David Newman lieferte das Londoner Ensemble bombastische Orchestersätze und ohrgängige Kompositionen. Die künstlerisch treibende Kraft auf der Bühne blieb aber die Solo-Geigerin.

Das hatte seinen Grund: Der Künstlerin ging es darum, die Musik des Filmkomponisten aus Hollywood in seiner ganzen Bandbreite zu zeigen. Ein Repertoire wie dieses, hatte sie vorher noch nie gespielt. Um die Violinistin aus den vielen bläserlastigen Stücken hervorstechen zu lassen, wurden viele Stücke aus dem umfangreichen Schaffen des US-Amerikaners extra für sie und ihre Geige neu arrangiert.

Schließlich konnte sie ihre Geigenkunst mit diesem Programm völlig neu präsentieren. Das Publikum lauschte Filmkompositionen von den Siebzigern bis zum neuesten „Star Wars“-Film. Sie benutzte übrigens einen Carbon-Bogen, den sie eigenhändig mit grüner Farbe besprüht hatte, um so an das Laserschwert Luke Skywakers zu erinnern.

Anne-Sophie Mutter kam 1978 zum ersten Mal mit der Musik John Williams in Kontakt, als sie in einem Schwarzwälder Kino saß und dort „Star Wars“ erlebte. Sie war sofort hingerissen von dieser unglaublich heroischen, majestätischen Musik, die auf sie wie aus einer fernen Galaxie wirkte. „Das traf auf mein Ohr und das war’s. John William for ever", erzählte sie später. Inzwischen sind die beiden Musiker eng befreundet.

Natürlich startete das Orchester mit dem Hauptthema aus „Star Wars“. Als zweite Nummer entschied sich Newman für den Soundtrack aus „Jurassic Park“. Erst jetzt kam Anne-Sophie Mutter auf mit „Rey’s Theme“ aus dem siebten „Star Wars“-Teil auf die Bühne, der von einer eigenwillige Jedi-Ritterin handelt. Sie wechselte im weiteren Konzertverlauf mehrmals die Garderobe.

„Across the Stars“ war ebenfalls der galaktischen Filmreihe entlehnt. Mit „Donnybrook Fair“ entführte die Geigerin „In ein fernes Land“. Es folgte Filmmusik aus „Harry Potter“, „Dracula“ , „Die Hexen von Eastwick“, „Superman“. „Sabrina“, „Die Geisha“, „Die Abenteuer von Tim und Struppi“, „E.T.“ und „Zapfenstreich“. Am Ende verabschiedeten sich Solistin und Orchester voluminös mit der „Indiana Jones“-Musik.

Anne-Sophie Mutter und Stardirigent David Newman mit dem Royal Philharmonic Orchestra.
Anne-Sophie Mutter und Stardirigent David Newman mit dem Royal Philharmonic Orchestra.
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