Reuven Rivlin spricht vom "iranischen Monster", das ausgehungert werden müsse, statt es zu füttern. Schon die Rhetorik des israelischen Präsidenten zeigt, dass - diplomatisch gesehen - Welten aufeinanderprallen, wenn die stets um Sachlichkeit bemühte deutsche Kanzlerin mit ihrem Kabinett zu Gast ist.
Und so ist von Angela Merkel auch in diesem Fall nicht viel mehr zu hören als das nüchterne Betonen gemeinsamer Positionen und das gleichzeitige Hervorheben der Differenzen: Die nukleare Bewaffnung der islamischen Republik am Persischen Golf muss verhindert werden, so die Kanzlerin sinngemäß, aber der Atomdeal mit dem Iran steht nicht zur Debatte. Israel ist ein Freund, den Deutschland nicht verärgern will. Ein Drahtseilakt, den die deutsche Regierungschefin im Schlaf beherrscht.
Schwieriger fällt es ihr allerdings, den Partnern in der Regierung Netanjahu zu erklären, wie es sein kann, dass Juden sich in Deutschland so unsicher fühlen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Und warum mit der AfD eine Partei immer mehr an Boden gewinnt, vor der jüdische Organisationen jetzt in drastischer Deutlichkeit warnen, weil in ihr "der Judenhass und die Relativierung bis zur Leugnung der Schoa ein Zuhause haben". Hier wirken Merkels Beschwichtigungen nicht mehr souverän, sondern hilflos.













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