Hof an der Saale
06.07.2021 - 12:12 Uhr

Messerattacke auf Busfahrer in Hof: Die Spuren einer grausamen Nacht

Er wollte nur einen Streit schlichten, am Ende war er tot. Was nach der tödlichen Attacke auf einen Fernbusfahrer in Hof bislang bekannt ist.

An dieser Haltestelle in Hof ist in der Nacht ein Busfahrer niedergestochen und tödlich verletzt worden. Bild: Sören Göpel/frp
An dieser Haltestelle in Hof ist in der Nacht ein Busfahrer niedergestochen und tödlich verletzt worden.

von Sören Göpel

Tödliche Verletzungen hat in der Nacht zum Dienstag ein 63 Jahre alter Busfahrer erlitten, als er gegen 0.30 Uhr am Bahnhofsvorplatz in Hof von einem Mann mit einem Messer angegriffen wurde. Am Morgen nach der Tat zeugt noch die Umrandung einer Blutlache von dem brutalen Angriff. Der 43-jährige Tatverdächtige wurde kurz darauf von Polizeibeamten festgenommen. Ob der Mann polizeibekannt ist wollte Alexander Czech, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, aus Datenschutzgründen nicht sagen. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Hof haben die Ermittlungen zum Tötungsdelikt aufgenommen. Der 43 Jahre alte Deutsche, der aus dem sächsischen Vogtland stamme, werde derzeit vernommen. Dabei solle auch geklärt werden, warum sich Mann zur Nacht am Hauptbahnhof aufhielt, woher er kam und wo er zuvor gewesen war. Der Tatverdächtige wurde am Dienstagmorgen dem Haftrichter vorgeführt.

Nach bisherigen Erkenntnissen wartete eine Gruppe Reisender, die mit zwei Omnibussen aus Polen unterwegs waren, am Hofer Bahnhofsvorplatz. Einige der Fahrgäste legten am Gehsteig, neben den Reisebussen, eine Raucherpause ein. Aus bislang nicht geklärten Gründen kam es dabei zu einem Streit mit dem 43 Jahre alten Mann aus Sachsen, der sich in unmittelbarer Nähe aufhielt. Nachdem dieser zunächst einen Fahrgast attackiert und ihn leicht verletzt hatte, ging der 63-jährige Busfahrer dazwischen. Dabei fügte der Tatverdächtige dem Fahrer aus Polen mit einem Taschenmesser tödliche Verletzungen zu. Zur genauen Bauweise des Messers konnte Polizeisprecher Czech noch keine Angaben machen. Die Tatwaffe habe aber keine außergewöhnlich lange Klinge gehabt, wie das bei anderen Messerattacken häufig der Fall ist.

"Ein, zwei Minuten" zwischen Attacke und Angriff

Der mutmaßliche Täter ergriff nach dem Angriff zu Fuß die Flucht und konnte noch in der Nähe des Tatortes von einer unmittelbar eintreffenden Streifenbesatzung der Hofer Polizei festgenommen werden. Zwischen Attacke und Aufgriff hätten "ein, zwei Minuten" gelegen, sagt Czech. Der Täter sei nicht weggerannt und habe keinen Widerstand geleistet.

Die Reisenden setzten währenddessen den Notruf ab und leisteten dem Busfahrer Erste Hilfe. Ein alarmiertes Notarztteam konnte dem 63-Jährigen allerdings nicht mehr helfen, er erlag noch am Tatort seinen schweren Verletzungen.

Dolmetscher helfen bei Vernehmungen

Polizeibeamte sperrten den Bahnhofsvorplatz daraufhin weiträumig ab und Kriminalbeamte sicherten Spuren. Das Fachkommissariat für Tötungsdelikte bei der Kripo Hof nahm in enger Zusammenarbeit mit einem Hofer Staatsanwalt die Ermittlungen auf. Mit Hilfe von Dolmetschern vernahmen die Kriminalbeamten die polnischen Reisegäste. Ein Ersatzfahrer steuerte den Reisebus nach dem Vorfall weiter. Wohin die Reisenden unterwegs waren, ist bislang nicht bekannt.

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