29.10.2019 - 15:06 Uhr
Hof an der SaaleDeutschland & Welt

Monty Python in Hof: Auf der Suche nach dem Gral

Skurril, grotesk, nahezu sinnfrei: Es gibt so viele Adjektive, die das Musical "Monty Python's Spamalot" treffend charakterisieren. Regisseur Uwe Kröger hat daraus am Theater Hof eine großartige Hommage an den englischen Humor gezaubert.

Auf eine unterhaltsame Suche nach dem Heiligen Gral begibt sich das Ensemble von "Spamalot" am Theater Hof
von Holger Stiegler (STG)Profil

Was macht man als König Artus, der aus dem unbekannten Wald nicht mehr herausfindet und auf die Hilfe der seltsamen "Waldritter vom Ni" hoffen muss? Richtig, erst einmal Platz nehmen und sich vom Pfeifen und Singen des treuen Dieners Patsy aufmuntern lassen.

Mit "Always look on the bright Side of Life" - dem Klassiker aus dem Kultfilm "Life of Brian" - lässt sich das Leben gleich deutlich leichter ertragen. Und da findet sich dann auch ziemlich rasch ein Gebüsch, um die Waldritter zufrieden zu stellen. In den 1970ern war es, als ein besonderer Film die Leinwände eroberte - die "Ritter der Kokosnuss" von der legendären Komikertruppe Monty Python. Man muss nicht den ganzen Film kennen, um das Wesentliche zu wissen: Den Klang der sich bewegenden Pferde machen nicht die Hufe, sondern halbe Kokosnüsse. Vieles aus dem Film ist von Eric Idle und John Du Prez ins Musical gepackt worden, auch wenn es primär um etwas anderes geht - nämlich um die Ironisierung des Genres Musical. Wobei Regisseur Uwe Kröger, selbst gefeierter Musicalstar und auch schon "König Artus"-Darsteller, der Spagat gelingt: Auf der einen Seite die Verballhornung der verschiedenen Spielarten des Musicals und doch gleichzeitig auch eine liebevolle Ode an diese Gattung des Musiktheaters.

Skurrile Rittersleut'

Inhaltlich gibt es nicht viel, das man verstehen muss: Im England des Jahres 932 begibt sich König Artus auf die Suche nach dem Heiligen Gral. Unterstützt wird er von den Rittern der Tafelrunde, die er jedoch zuerst einmal finden muss - und die sich trotzdem als ganz besondere Kaliber herausstellen. Der eine ängstlich, der andere eher dem Tanz und der Musik verschrieben, noch einer ein Muttersöhnchen - beileibe niemand dabei, der ins Bild der alten Rittersleut' passen würde. Und so wird es ein Mordsspaß für die Zuschauer, sich mit den skurrilen Gestalten auf einen noch skurrileren Weg zu machen und dabei die wohl skurrilsten Figuren zu treffen, die man sich vorstellen kann.

Formidabler Klangteppich

Präsentiert wird dies mit witzigen Dialogen und Liedern, die vom exzellenten Ensemble dargeboten werden: Christian Venzke als König Artus, Markus Pol als Sir Robin, Chris Murray als Sir Lancelot, Tamás Mester als Diener Patsy - man möchte eigentlich niemand hervorheben von den Akteuren, so harmonisch und bestens aufeinander abgestimmt sorgen sie gut zweieinhalb Stunden lang für echte Monty-Python-Stimmung. Wobei: Es gibt dann doch eine Person, die sowohl gesanglich wie auch schauspielerisch alle anderen überstrahlt - nämlich Cornelia Löhr. Die Rolle der "Fee aus dem See" ist wie zugeschnitten auf sie, da gibt es selbst in den anstrengendsten Passagen ihrer Partie keinen Wackler. Bestens aufgelegt präsentieren sich auch die Hofer Symphoniker unter der Leitung von Daniel Spaw, die für einen ganz formidablen Klangteppich sorgen. Hochachtung gebührt auch dem Opernchor des Theaters sowie "The Arts Company", die Tanzschule der preisgekrönten Soul City Dancers, die erneut erfolgreich mit dem Theater Hof kooperiert.

Monty Python vs. Lloyd Webber

Neben dem Regisseur Uwe Kröger darf sich das gesamte Kreativ-Team vom Publikum die "Standing Ovations" abholen - sei es Barbara Buser für die Choreographie, Annette Mahlendorf für die farbenprächtige Kostümschlacht oder Herbert Buckmiller, der beispielsweise eine "richtige" Ritterburg als Mischung aus Las Vegas und Moulin Rouge auf die Bühne bringt. König Artus bekommt im Stück die Aufgabe gestellt, ein Musical zu kreieren, das in Oberfranken erfolgreich ist und nicht von Andrew Lloyd Webber stammt. Das Theater Hof macht's möglich. Insgesamt stehen noch zehn Aufführungen des Musicals auf dem Spielplan. Weitere Informationen: www.theater-hof.de

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