München
05.02.2026 - 10:23 Uhr

Gepäck im Zug im Visier von Dieben - wie man sich schützt

Zugfahrt mit Risiko: Innerhalb einer Woche verschwinden Koffer voller Schmuck und Designer-Kleidung. Wie Diebe zuschlagen – und warum Reisende bei Hilfe von Unbekannten aufpassen sollten.

Nach Diebstählen in Zügen auf dem Weg nach München ermittelt nun die Bundespolizei. (Symbolbild) Bild: Sven Hoppe/dpa
Nach Diebstählen in Zügen auf dem Weg nach München ermittelt nun die Bundespolizei. (Symbolbild)

Schmuck und Kleidung im fünfstelligen Euro-Wert im Zug dabei - und dann: Koffer weg. Das ist binnen einer Woche in Zügen von und nach München gleich zweimal passiert. Noch sind die Täter nicht gefasst. Die Ermittlungen laufen. Doch Reisende können selbst einiges tun, um sich zu schützen. 

Gepäck im Auge behalten 

Die Bundespolizei empfiehlt Fahrgästen, besonders bei längeren Fahrten ihr Gepäck nicht aus den Augen zu lassen. Da dies manchmal wegen der zentralen Gepäckaufbewahrung nur schwer möglich sei, sollten Fahrgäste gelegentlich nach dem Gepäck schauen, sagte ein Sprecher. 

Wertgegenstände sollten nicht im Koffer verstaut werden. „Wir raten Reisenden, Handy, Schmuck und persönliche Dokumente immer bei sich zu tragen, damit diese Dinge nicht Gefahr laufen, entwendet zu werden.“

Kofferschlösser könnten sinnvoll sein, verhinderten aber nicht den Diebstahl des gesamten Gepäckstücks. Hilfreich sei im Ernstfall, wenn es eine genaue Beschreibung und Bilder des Gepäckstücks gebe. „Es ist immer gut, wenn die Reisenden Fotos machen, die sie uns dann zur Verfügung stellen können.“

Vorsicht bei vermeintlicher Hilfe

Vorsicht auch bei freundlicher Hilfe: Insbesondere älteren Fahrgästen springen gelegentlich Diebe zur Seite, um beim Tragen und Verstauen des Gepäcks zu helfen - und es dann zu stehlen.

Fahrgäste sollten zudem verdächtige Personen umgehend dem Zugpersonal melden. Die Bundespolizei sei mit ihren Einsatzkräften präsent, um schnell reagieren zu können.

Keine Videotechnik in Fernzügen

Züge des Fernverkehrs seien nicht mit Videokameras ausgestattet. Das erschwere die Ermittlungsarbeit. „Es wäre wünschenswert aus polizeilicher Sicht, dass Züge mit entsprechender Videotechnik ausgestattet werden. Aber das liegt im Verantwortungsbereich der Deutschen Bahn“, sagte der Bundespolizei-Sprecher.

Zweimal Beute im fünfstelligen Euro-Bereich 

Am Montag war laut Bundespolizei eine 55-Jährige in einem Railjet von Innsbruck nach München bestohlen worden. Als sie am Abend am Hauptbahnhof ankam, stellte sie fest, dass ihr Koffer verschwunden war – samt mehreren Goldringen, einem Brillantring und teurer Kleidung. Die Bundespolizei schätzte den Beuteschaden auf rund 21.500 Euro.

Bereits am Freitag vor einer Woche hatten Diebe in einem ICE auf der Fahrt von Nürnberg nach München den Koffer einer 60-Jährigen durchwühlt und daraus Schmuck im Wert von 18.500 Euro gestohlen. In beiden Fällen ermittelt die Bundespolizei wegen Diebstahls, in einem Fall prüft sie gerade eine Zeugenaussage. 

Im Vorjahr war laut Bundespolizei einer 33-Jährigen, die im Zug eingeschlafen war, eine Tasche zwischen den Knien weggezogen worden. Schaden: rund 8.000 Euro. In einem anderen Fall im Jahr 2024 wurde eine Kameraausrüstung im Wert von 20.000 Euro gestohlen. Derartige Fälle seien allerdings nicht besonders häufig, hieß es.

© dpa-infocom, dpa:260205-930-645070/1

 
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