München
04.11.2026 - 05:01 Uhr

Industriemetalle verteuern sich stark

Kriege, Handelshemmnisse, Inflation, chinesische Konkurrenz: Die deutsche Industrie leidet unter dem Zusammentreffen mehrerer Negativfaktoren auf einmal. Die Rohstoffpreise helfen auch nicht.

Kupfer ist so teuer geworden, dass auch Diebe gern zuschlagen. (Symbolbild) Bild: Thomas Banneyer/dpa
Kupfer ist so teuer geworden, dass auch Diebe gern zuschlagen. (Symbolbild)

Irankrieg und chinesische Exportbeschränkungen treiben die Kosten der heimischen Industrie weiter in die Höhe: Kupfer, Aluminium und andere Industriemetalle waren nach Berechnungen der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft im dritten Quartal ein knappes Drittel teurer als ein Jahr zuvor, auch wenn die Preise im Sommer zwischenzeitlich noch höher waren. „In der ohnehin schon angespannten Wirtschaftslage sind steigende Rohstoffpreise eine zusätzliche massive Belastung für die Betriebe im Freistaat“, sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Zurückzuführen war das demnach vor allem auf höhere Preise für Kupfer (+44,2 Prozent) und Aluminium (+23,3 Prozent). Bei Aluminium spielt laut vbw der Irankrieg eine Rolle, weil wichtige Produzenten im Golfraum sitzen. Bei Kupfer - für Elektrokabel und elektronische Bauteile wichtig - liegt es demnach vor allem an wachsendem Bedarf elektrischer Ausrüstungen, zu dem Elektroautos ebenso beitragen wie der Bau von Rechenzentren. Um ein Vielfaches verteuert haben sich mehrere Metalle, die für elektronische Bauteile und Batterien wichtig sind, darunter Wolfram. 

Auch seltene Erden - das sind Metalle, bei denen China sowohl wichtigster Produzent ist, als auch ein Fast-Monopol bei der Verarbeitung hat - sind im Jahresvergleich um gut 45 Prozent teurer geworden. Brossardt machte dafür vor allem chinesische Exportbeschränkungen verantwortlich. Und im zwölf-Monats-Vergleich ebenfalls teurer geworden sind laut vbw Rohöl (+28,2 Prozent) und Edelmetalle (+36,4) Prozent. Der Rohstoffpreisindex insgesamt hat laut vbw den zweithöchsten Stand seit Beginn der Erhebungen 2015 erreicht.

© dpa-infocom, dpa:261104-930-940641/1

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