Seit dem Jahr 2010 sind die meisten Migranten zum Arbeiten nach Bayern gekommen. Dies geht aus einer ersten Auswertung des Mikrozensus hervor, wie das Landesamt für Statistik in Fürth mitteilte. Demnach lebten 2025 rund 3,5 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte im Freistaat. Das bedeutet, dass rund jeder Vierte entweder selbst eingewandert oder Kind von zwei eingewanderten Elternteilen ist. 2,7 Millionen Menschen zählen demnach zu den Eingewanderten in erster Generation, 789.000 zur zweiten Generation. Die meisten stammen aus Europa.
Unter Berücksichtigung des Zuzugsjahres lassen sich laut Landesamt verschiedene Entwicklungen ablesen: „So wird der Zeitraum 1950 bis 1989 maßgeblich durch die Gastarbeiter geprägt, 1990 bis 2013 durch den Zuzug der (Spät-) Aussiedler und die zurückliegenden elf Jahre durch Arbeitsmigration aus Mittel- und Osteuropa, die Flüchtlingswelle ab 2015 und den Zustrom von Schutzsuchenden aus der Ukraine ab 2022.“
Jeder Zweite nach 2010 zugewandert
Von den 2,7 Millionen in Bayern lebenden und seit 1950 eingewanderten Menschen ist rund jeder Zweite nach dem Jahr 2010 nach Deutschland zugezogen. Seither wanderten rund 30 Prozent mit dem Ziel einer Beschäftigungsaufnahme ein (zuvor: 16 Prozent). Rund ein Viertel gab Familienzusammenführung als Hauptgrund an (zuvor: 43 Prozent), 19 Prozent Flucht oder Vertreibung (zuvor: 10 Prozent).
Dabei gibt es Unterschiede je nach Geschlecht: 37 Prozent der nach 2010 zugewanderten Männer gaben eine Beschäftigungsaufnahme als Hauptgrund für die Einreise an; bei den Frauen waren es 22 Prozent. Bei ihnen ist im Gegenzug die Familienzusammenführung mit 31 Prozent häufiger als bei Männern (20 Prozent). Gut 70 Prozent aller Eingewanderten, die wegen Familienzusammenführung oder Familiengründung nach Deutschland gekommen sind, stammen aus europäischen Ländern.
Auch insgesamt gilt, dass die Mehrheit der bayerischen Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte entweder selbst in Europa geboren ist oder die Eltern aus einem europäischen Land stammen - davon gut die Hälfte aus einem EU-Staat. 23 Prozent stammen aus asiatischen Ländern, vier Prozent aus afrikanischen und drei Prozent aus amerikanischen Ländern.
© dpa-infocom, dpa:260610-930-201232/1













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