München
19.05.2026 - 09:31 Uhr

Eine Philosophieprofessorin in Bedrängnis

Ulrich Woelk knüpft in seinem aktuellen Buch an seinen Roman „Mittsommertage“ an: Ruth Lember muss sich nach familiären und persönlichen Krisen neu orientieren.

Woelks Roman spiegelt die Realität einer schon etwas älteren Akademikerin aus einem typisch linksliberalen Hauptstadtmilieu wider. (Symbolbild) Bild: Frank Rumpenhorst/dpa
Woelks Roman spiegelt die Realität einer schon etwas älteren Akademikerin aus einem typisch linksliberalen Hauptstadtmilieu wider. (Symbolbild)

Fans der Gegenwartsromane von Ulrich Woelk kennen sie bereits: Die Berliner Philosophieprofessorin Ruth Lember war schon Protagonistin seines Buchs „Mittsommertage“. Darin gerät das Leben der erfolgreichen Mittfünfzigerin durch das Aufdecken einer politischen Jugendsünde und das Scheitern ihrer Ehe mit dem Architekten Ben in die Krise. Der neue Roman „Hellere Tage“ knüpft nahtlos daran an, funktioniert aber auch ohne Kenntnis des Vorgängers. 

Ruth versucht, ihr Leben als Single neu ausrichten. Der Tod ihres Vaters hinterlässt nicht nur eine schmerzliche Lücke, sondern auch eine verwirrende neue Erkenntnis über den geliebten Menschen. Das Verhältnis zu ihrer Ziehtochter Jenny ist kompliziert, und dann bringt auch noch ein Mann aus der autonomen Szene Unruhe in Ruths Leben. 

Keine wirklichen Höhepunkte

Woelks Roman spiegelt die Realität einer schon etwas älteren Akademikerin aus einem typisch linksliberalen Hauptstadtmilieu wider. Es geht um Politik, Ethik und Verantwortung, aber auch ganz banal um Fragen des richtigen Lebensstils. Das alles wird recht kleinteilig erzählt mit einer Aufzählung vieler Alltagsmomente in einer sachlich-nüchternen Sprache, leider ohne wirkliche Höhepunkte.

© dpa-infocom, dpa:260519-930-98669/1

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