München
11.10.2026 - 05:16 Uhr

Regen gibt Schwammerlsuchern Hoffnung

Der trockene und heiße Sommer sorgte für einen schwierigen Start in die Schwammerlsaison. Der Regen dieser Tage könnte Pilzsammlern in Bayern doch noch gut gefüllte Körbe bescheren.

Die bisherige Pilzsaison fiel schwierig aus, das könnte sich aber noch ändern. (Archivbild) Bild: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
Die bisherige Pilzsaison fiel schwierig aus, das könnte sich aber noch ändern. (Archivbild)

Regen in Bayern - darauf haben Schwammerlsammler gewartet. Mancherorts sei durchaus noch eine gute Ernte möglich, sagt Christine Margraf, Artenschutzexpertin beim Bund Naturschutz. Nach wochenlanger Trockenheit und einem heißen Sommer fiel der Start in die Pilzsaison in diesem Herbst in vielen Regionen dürftig aus.Das Pilzwachstum sei zwar vielerorts stark eingeschränkt, die Pilze selbst seien deshalb aber nicht verschwunden, so Margraf. Ihr unterirdisches Pilzgeflecht, das sogenannte Myzel, könne längere Trockenperioden überstehen. Falle jetzt ausreichend Regen und durchfeuchte die Böden, könnten sich neue Fruchtkörper bilden. Entscheidend sei, dass es nicht nur kurz und heftig regne, sondern die Feuchtigkeit auch in tiefere Bodenschichten gelange.

Regionale Unterschiede

„Je nach Pilzart kann es dann einige Tage bis zwei Wochen dauern, bis sich die ersten Schwammerl zeigen.“ Allerdings dürfte es regional erhebliche Unterschiede geben. Dem pflichtet der Vorsitzende der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft (BMG), Christoph Hahn, bei: „Manche Wälder sind leer, andere sind für Sammler ergiebig.“

In der Fläche gebe es sehr wenige Pilze, so Hahn. „Manche Wälder sind noch immer quasi leer. Andere Bestände zeigen hingegen ein recht gutes Pilzaufkommen.“ Das gelte beispielsweise für den Alpenrand mit Garmisch und Mittenwald, insbesondere an Nordhängen. Dort habe es immer wieder Gewitter und später viel Tau gegeben, zudem seien die Temperaturen nicht so extrem gewesen.

Pilze - mehr als eine Delikatesse

„Wenn es keine Trockenschäden am Pilzgeflecht und den Wurzeln der Bäume gibt, schießen die Pilze sozusagen nach Regen aus dem Boden“, erläutert Hahn. Andernorts müssten sich die Pilze regenerieren und bildeten keine oder wenige Fruchtkörper.

Bund-Naturschutz-Expertin Margraf ergänzte, dass Pilze mehr seien als eine Delikatesse für Schwammerlsucher. „Sie übernehmen im Wald unverzichtbare Aufgaben, zersetzen abgestorbenes organisches Material und versorgen Bäume über ihre Pilzgeflechte mit Wasser und Nährstoffen.“ Sich häufende Trockenperioden infolge des Klimawandels könnten dieses Zusammenspiel beeinträchtigen.

© dpa-infocom, dpa:261011-930-821567/1

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