08.01.2020 - 16:42 Uhr
NabburgDeutschland & Welt

Feinste Kleinkunst im Gewölbe

Kabarettvariationen, Musik-Kasperett, poetische Lieder, Flamenco und bayerische Protestsongs zum Start ins Jubiläumsjahr 2020

Ines Fleiwa und Cordula Zwischenfisch, die zwei schrägen Sachsen versprechen eine „abendsprengende“ Show mit ihrem Programm „RICO ROHS & DAS INES FLEIWA QUARTETT"
von Autor KBWProfil
Der Wiener Gunkl, bürgerlich Günther Paal, ist der „Philosoph unter den Kabarettisten“ und gastiert mit „Zwischen Ist und Soll - Menschsein halt“

Einblick in Vielfalt von Kleinkunst mit renommierten und aufstrebenden Künstlern aus Wien, München, dem beschaulichen bayerischen Oberland, der Kulturweltstadt Weimar oder dem sächsischen Riesa vermittelt das Schmidt-Haus mit seinem Frühjahresprogramm 2020. Literarisches, klassisch-politisches, philosophisches Kabarett, gar ein „Musik-Kasperett“ kommen auf die Bühne im Gewölbe. Musikalisch wechseln poetische Lieder, bayerische Protestsongs mit Flamenco und andalusischen Gesängen.

Den Anfang machen Ramon Bessel und Isabelle Scheiber (Samstag, 18. Januar). Beide begeisterten im Trio „Riscant“ mit den Liedern des Münchner Sommertheaters von Ulrike Dissmann und waren schon öfter im Schmidt-Haus zu Gast. Nun ist Ramon als „Vokalpianist“ unterwegs. Mit seinen „Liedern zum Festhalten“ gelang es ihm in kurzer Zeit eine stattliche Sammlung von „Kleinkunsttrophäen“ anzulegen.

„Alte Bekannte“ sind auch „Faltsch Wagoni“ (Freitag, 7. Februar). In ihrem 19. (!) Programm „Zum Glück – kein Ratgeber“ wird man garantiert nicht erfahren, wie man glücklich wird. Erwarten darf der Besucher zwei musikalische, wortstarke Stunden voller Fantasie mit vielen neuen Texten und Songs der „Rhythmuspoeten“ Silvana und Thomas Prosperi.

In seiner Bußpredigt „Fürchtet Euch!“ (29.02.) gibt „Pater“ Holger Paetz (Samstag, 29. Februar) mittlerweile schon traditionell seinen politischen Jahresrückblick. „Wenn einer gut ein Jahrzehnt lang das Singspiel für den Starkbieranstich am Nockherberg geschrieben hat, weiß er, wie Politiker-Derblecken geht.“

Mit ihrem Musik-Kasperett haben es „Ines Fleiwa“ und „Cordula Zwischenfisch“ sogar in die „Anstalt“ des ZDF geschafft. In Nabburg gründen „Zärtlichkeiten mit Freunden“ (Samstag, 7. März) eine Art Band. Die zwei schrägen Sachsen versprechen eine „abendsprengende“ Show beim aktuellen Programm „Rico Rohs & Das Ines Fleiwa Quartett“.

Ricardo Volkert und Jost-H. Hecker (Samstag, 14. März) begeben sich mit rassiger Gitarre, virtuosem Violoncello und Gesang auf eine Tour, die vor allem durch den Süden Spaniens, durch Andalusien führt. Im Gepäck haben die beiden traditionellen Flamenco, andalusische Volkslieder und wunderschöne Vertonungen spanischsprachiger Dichter wie Federico García Lorca oder Pablo Neruda. In ihren „Cuentas del Sur – Geschichten aus dem Süden“ formen die beiden Musiker ein Klanggemälde aus bittersüßer Sinnlichkeit, purer Lebensfreude und Leidenschaft.

Gunkl (Samstag, 21. März) ist der „Philosoph unter den Kabarettisten“, ein „Gehirnakrobat“ in dessen Bann das Publikum die Lust am Denken in vollen Zügen genießt. „Zwischen Ist und Soll – Menschsein halt“ hat der Österreicher sein aktuelles Programm betitelt. Günther Paal, so sein bürgerlicher Name, ist Vielspieler im gesamten deutschsprachigen Raum, beeindruckt durch minimalistische Ästhetik, und ist, so ganz nebenbei, auch ein großartiger Musiker.

„Weiherer“ (Samstag, 25. April) ist ein kritisch spähender Geschichtenerzähler, der es mit seiner genialen und mehrfach preisgekrönten Mischung aus Liedermacherei und Kabarett wie kaum ein Zweiter beherrscht, bei seinen Zuhörern eine schmunzelnde Nachdenklichkeit zu erzeugen. Der „niederbayerische Brutalpoet“ zeigt sich auch in seinem neuen Programm „Im Prinzip aus Protest“ wie immer kompromiss- und respektlos, meist politisch unkorrekt, oft gnadenlos komisch, aber immer beherzt.

Einen Kabarett-Abend mit Musik, ohne Gesang, politisch, verspricht Uli Masuth (Samstag, 2. Mai). In „Mein Leben als ich“ seziert er den zunehmenden Egoismus und unsere Zeit, in der sich die Menschen immer häufiger selbst fotografieren, die Mitmenschen zunehmend aus den Augen verlieren oder als Bedrohung empfinden, eine Zeit, in der Ängste wachsen und Ablenkung immer größer geschrieben wird. Wo Donald Trump „America first“ brüllt und immerhin noch das Land im Blick hat, heißt es für viele Menschen nur noch: „I first!“. Ganz viel „I“. Analog zu iMac, iPhone, iPad.

Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0 und www.nt-ticket.de

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