11.02.2020 - 17:22 Uhr
NabburgDeutschland & Welt

Zum Glück gibt es Faltsch Wagoni

Silvana und Thomas Prosperi begeistern im Schmidt-Haus mit ihrem neuen Programm „Zum Glück – kein Ratgeber!“

"Rhythmus-Poeten" nennen sich Silvana & Thomas Prosperi alias Faltsch Wagoni.
von Autor KBWProfil
Ums Glück ging es einen ganzen Abend im Schmidt-Haus mit Faltsch Wagoni

Ums Glück geht es einen ganzen Abend im Schmidt-Haus. Aber auf die ganz besondere, einmalige Art, Glück im Faltsch-Wagoni Stil. Die zwei an ihrer „Verhörsehbar“ schwadronieren, singen, rappen, spielen mit Wörtern, deren Bedeutung und absurden Variationen rund um das Thema.

Der „Neu-Faltsch-Wagonianer“ im Publikum braucht etwas Zeit, bis er so richtig in die Performance mit Alleinstellungsmerkmal im –zumindest -deutschen Kabarett einsteigen kann. Das Spiel von Silvana und Thomas Prosperi fordert höchste Konzentration aufs Detail. Ihre scheinbar sinnlosen Dialoge stecken voller Phantasie und spezieller Ironie. Oft ist so ein Dialog ganz einfach nur wunderbarer Nonsens. Die Wagonis sind auch absolut perfekt aufeinander eingespielt. Kein Wunder, „Zum Glück – kein Ratgeber!“ ist bereits ihr 19.!! Programm. Timing, Präzision, musikalisches Können mit eigenen Songs beeindrucken.

Die Prosperis gehen das Thema aus unterschiedlichsten Perspektiven an. Der Zuschauer erfährt, dass das glücklichste Land der Welt in ”Kalsarikännit" gar einen eigenen Begriff für sein Glück hat. ”Kalsarikännit" ist finnisch und bedeutet "Sich alleine zu Hause in Unterhosen betrinken." Ist der glücklich, der den „Weekendtrip nach Malibu zum Klapperschlangenbarbecu“ macht? Bedeuten Reichtum, Konsum, Werbung, die uns dazu zwingen will automatisch Glück?

Silvana und Thomas befassen sich mit Fake News, ehedem in Deutschland „Zeitungsente“ genannt, fragen ob wir mittlerweile „Sklaven des Portemonnaies geworden sind. Die USA wird ins Disneyland verlegt. Um welchen besungenen Donald handelt es sich denn eigentlich? Donald Duck, Donald Tusk oder gar Donald Trump?

Durchgehend im Programm ist ihre unbändige Lust an Spielarten der deutschen Sprache. Da gibt es ein „glückloses Glückslos“ oder „geborene Bohrer“, eine „Fruchtfleischfliegenfresserfleischroulade“ wird verzehrt und Thomas Prosperi fordert: „Vergesst Alzheimer!“

Fazit von „Zum Glück – kein Ratgeber!“ Könnte es nicht sein, dass es zum Glück gar nicht so viel braucht? Wie wäre es, in Zukunft mal „Etwas sein zu lassen, Dinge zu verpassen?“ Dazu haben sich die Wagonis auch einen Song einfallen lassen. Aus Bobby McFerrins „Don`t worry – be happy“ machen ganz einfach „Don`t work – be happy!“

Ziemlich glücklich ist das Publikum an diesem Abend, bekommt als Zugaben noch eine Lektion in Sachen Konjunktiv und ein wunderschönes Liebeslied.

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