26.11.2019 - 13:57 Uhr
NabburgDeutschland & Welt

Promitreff im Schmidt-Haus

Viel Witz, Ironie und ausgezeichnete Parodien von Thomas Schreckenberger in „Mehr Hirn für alle!“

Thomas Schreckenberger überzeugte mit politischem Kabarett plus szenischer Parodie im Schmidt-Haus
von Autor KBWProfil

Es war fast wie bei der Bambi-Verleihung am Tag vorher, nur viel lustiger. Die Location war nicht das Kurhaus Baden-Baden, sondern das Gewölbe im Schmidt-Haus. „Gastgeber“ Thomas Schreckenberger hatte für eine hohe Promidichte gesorgt. Größen aus der Politik und Kultur wie Angela Merkel, Horst Seehofer, Campino, Udo Lindenberg, Grönemeyer, Til Schweiger und „Ehrengast“ Klaus Kinski gaben sich die Ehre. Sie alle kann der Stuttgarter Kabarettist perfekt parodieren und baut sie geschickt in sein neues Programm ein.

Darin bearbeitet Schreckenberger eine große Zahl von Themen mit viel Witz und Ironie. An Beispielen aus dem aktuellen politischen Geschehen und Beobachtungen unserer Gesellschaft zieht er seine Erkenntnis, dass wir Menschen uns immer mehr dem Verhalten der Seescheide nähern. Die Seescheide ist ein Tier, das im Meer treibt und Plankton aus dem Wasser filtert. Im Alter wird sie sesshaft und bewegt sich nicht mehr. Da das Tier das Gehirn nicht mehr braucht, wenn es sich niedergelassen hat, frisst es es auf. Entsprechend die Forderung als Titel des Programms „Mehr Hirn für alle!“

Als ehemaliger -sogar verbeamteter- Lehrer ist er in Sachen Bildung voll in seinem Element und spart nicht mit Kritik an deren aktueller Situation. Dabei beginnt er an der Basis, bei Eltern und Schülern und Paukern, arbeitet sich hoch zu Konsumverhalten, IT-Manie, hin bis zur Abhängigkeit von den Multis. Da wird der Zyniker Schreckenberger sogar einmal moralisch, beklagt unseren schwer wiegenden Anteil an der „Versklavung“ der dritten Welt, berechnet gar 60 Leibeigene pro deutschen Bürger. So richtig ihr „Fett“ weg bekommen die üblichen Hauptfiguren des aktuellen politischen Kabaretts. Mit Trump, Putin, Erdogan, Andi Scheuer, Ralf Stegner rechnet er schonungslos ab.

Die ganz großen Momente des Abends schafft er mit seinen Parodien. Er belässt es nicht bei Raute, Lispeln, Schultern heben. Seine Angela baut er auch in kuriose Szenarien ein. In „Mehr Hirn für alle!“ bedient er sich gar bei Goethes Faust: Mephisto und der liebe Gott treten auf. Ein weiterer Höhepunkt war, wenn „Ehrengast“ Klaus Kinski eine Kabinettssitzung für die Kanzlerin übernimmt. Donnernder, lang anhaltender Applaus, Schreckenberger macht Freude, mit viel Hirn.

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