22.06.2018 - 11:00 Uhr
Deutschland & Welt

Nachricht kommt per Smartphone

Nachrichten bleiben gefragt. Die meisten Menschen in Deutschland vertrauen dabei eher auf klassische Medien als auf soziale. Der Siegeszug des Smartphones erscheint allerdings als unaufhaltsam.

Eine Tasse Kaffee zur Zeitungslektüre und ein Blick ins Onetz per Smartphone – eine Kombination, die viele unsere Leser so schätzen.
von Agentur DPAProfil

Das Smartphone wird für die Suche nach Nachrichten im Internet immer wichtiger, soziale Medien genießen dabei allerdings wenig Vertrauen. Das sieht mit Blick aufs Fernsehen anders aus, gedruckte Zeitungen haben an Bedeutung sogar wieder etwas gewonnen. Dies sind Ergebnisse aus dem "Reuters Institute Digital News Report 2018". Er untersucht jährlich die Nachrichtennutzung von erwachsenen Onlinern, also von Menschen mit Internetzugang, im internationalen Vergleich.

Die Mischung macht's

Typisch für Deutschland: Die Onliner bevorzugen einen Mix aus traditionellen und neuen Medien. Drei Viertel (74 Prozent) verfolgen regelmäßig Nachrichten im Fernsehen, 65 Prozent online, 45 Prozent im Radio, 30 Prozent in gedruckten Zeitungen - das sind sogar vier Prozentpunkte mehr als 2017. Ebenfalls auffällig: Die Online-Ausgaben von Zeitungen (25 Prozent) und von Zeitschriften (29 Prozent) haben gleichzeitig um drei Prozentpunkte zugelegt.

Eine ähnliche Größenordnung (31 Prozent) hält sich beim Thema Nachrichten an soziale Medien wie Facebook oder Youtube. Allerdings seien es nur knapp zwei Prozent, die Facebook & Co. als ihre einzige Nachrichtenquelle nennen.

Insgesamt ist das Interesse an Nachrichten hoch, wie die Daten zeigen: 95 Prozent gaben an, sich mindestens mehrmals pro Woche über das aktuelle Weltgeschehen zu informieren, das sind sogar etwas mehr als 2017 (94 Prozent).

Tendenz steigend

Ein klarer Trend ist die Nutzung des Smartphones: In den vorigen Erhebungen waren jeweils Laptop beziehungsweise PC das bevorzugte Gerät. "In diesem Jahr befinden sich erstmals Smartphones auf gleichem Niveau", heißt es in dem Bericht. Jeweils 78 Prozent haben beide Gerätetypen schon einmal genutzt. Für das Abrufen von Nachrichten liegen Laptop und PC mit 55 Prozent noch vor dem Smartphone (47 Prozent), aber in den Altersgruppen bis 45 Jahren ist es bereits umgekehrt. Und diese Entwicklung wird sich nach Einschätzung von Experten verstärken.

Ein anderer Trend scheint gebrochen: Während der Anteil der Onliner, die regelmäßig gedruckte Tageszeitungen erwerben, über mehrere Jahre rückläufig war, hat sich der Wert bei 42 Prozent stabilisiert - und damit exakt auf dem Vorjahresniveau. Der Anteil derjenigen, die im Verlauf des vergangenen Jahres für Nachrichten im Internet bezahlt haben, liegt bei acht Prozent, das ist nur wenig über dem Wert von 2017 (sieben Prozent) und auf gleichem Stand wie vor zwei Jahren.

Info:

In Deutschland 2038 Internetnutzer befragt

Das Reuters Institute for the Study of Journalism, eine Forschungseinrichtung im englischen Oxford, hat für den „Reuters Institute Digital News Report“ Daten in 37 Ländern von Argentinien bis Südkorea erhoben. In der vorletzten Januar-Woche wurden dafür durch das Institut YouGov 74 194 erwachsene Internetnutzer befragt, in Deutschland waren es 2038. Für die deutsche Teilstudie ist seit 2013 das Hans-Bredow-Institut in Hamburg verantwortlich. Die Erhebung 2018 wurde von den Landesmedienanstalten und dem ZDF unterstützt. (dpa)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.