Neue Heimat für Sagen und Märchen im Zottbachtal

Franz-Xaver-von-Schönwerth-Gesellschaft: Märchenpfad in Georgenberg soll von vier Künstlern gestaltet werden

Beiräte und Vorsitzende der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Gesellschaft beschlossen unter anderem eine stärkere Verzahnung, um inhaltlich und organisatorisch besser an einem Strang zu ziehen.
von Autor SLUProfil

Die Franz-Xaver-von-Schönwerth-Gesellschaft hat die Weichen für die Zukunft neu gestellt. Bei der 21. Vorstands- und Beiratssitzung im Freilandmuseum Neusath-Perschen wurde unter anderem beschlossen, dass der Beirat programmatisch und inhaltlich stärker eingebunden werden soll.

Vor allem beriet man sich über den geplanten "Schönwerth-Sagen- und Märchenpfad" im Zottbachtal bei Neuenhammer in Georgenberg (Kreis Neustadt/WN), der nach dem Modell des Sinzinger Märchenpfads bei Regensburg errichtet werden soll. Der Pfad wird mit Hin- und Rückweg zwischen 1,6 und 1,8 km lang sein. In einem Informationspavillon sollen auf Texttafeln verschiedene Aspekte zu Schönwerth behandelt werden. Jeff Beer (Gumpen), Günter Mauermann (Weiden), Thomas Simon (Lupburg) und Axel T. Schmidt (Pirk) gestalten sechs Märchen- oder Sagenstationen.

Dafür wurden vor allem Märchen und Sagen ausgewählt, die in der Gegend von Neuenhammer gesammelt und aufgezeichnet wurden. Schließlich war dies die Heimat von Michael Rath und seiner Tochter Maria, der späteren Frau Schönwerths. Rath war Eigentümer des dortigen Hammerschlosses mit der barocken Schlosskirche. Es ist jene Oberpfälzer Landschaft mit der größten Dichte der von Schönwerth gesammelten Märchen und Sagen - und im Wirtshaus zu Neuenhammer kamen die Sammler zusammen, um ihre Funde zu sichten, prüfen und bearbeiten. Träger des Projekts sei die Gemeinde Georgenberg, so gab Präsident Johann Walbrunn bekannt, und als Einweihungstermin werde Mai 2020 ins Auge gefasst. Zur Gestaltung des Info-Pavillons soll nach einem Treffen mit dem Architekten eine Planungsgruppe gebildet werden.

Als neueste Publikation zu Schönwerth wurde schließlich das Büchlein "Geschichten aus dem Schönwerth-Land" von Erika Eichenseer und Georg Schmidbauer vorgestellt. Herausgegeben vom Heimatkundlichen Arbeitskreis Waldthurn ist es in erster Linie als "Geschichten-Buch" für Schulen gedacht. Thema der Sitzung waren außerdem eine Tagung mit den Oberpfälzer Kreisheimatpflegern, die Erstellung eines Jahresprogramms nebst Flyer und die stärkere Verankerung Schönwerths in den Schulen. Dabei war es die erklärte Absicht der Anwesenden, in wechselseitigem Austausch und entsprechender Verzahnung zwischen Vorstand und Beirat miteinander - sowohl inhaltlich als auch organisatorisch - an einem Strang zu ziehen.

Franz-Xaver-von-Schönwerth-Gesellschaft:

Das Ziel der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Gesellschaft ist es, das Andenken an den großen Oberpfälzer Sprachforscher und Volkskundler, Sagen- und Märchensammler Franz Xaver von Schönwerth (1810 – 1886) zu fördern, sein ganzes volkskundliches Werk einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, seinen Nachlass weiter zu bearbeiten und insbesondere die Märchen- und Sagenforschung sowie das Märchen- und Sagenerzählen in der Oberpfalz zu unterstützen. Dies soll durch Lesungen, Vorträge, Veröffentlichungen, Ausstellungen, Aktionen, Rundfunk- und Fernsehsendungen etc. geschehen.

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