DJK Neustadt/WN: Würzburg einen Tick zu clever

Punktereich, körperbetont und eng: Das Auswärtsspiel der Neustädter Basketballer bei den Würzburg Tropics ist das erwartet spannende Duell. Beim hauchdünnen 99:96 (47:46)-Erfolg der Hausherren setzt sich am Ende das cleverere Team durch.

Ondrey Stych (rechts) war der beste Werfer der DJK Neustadt/WN bei der Niederlage in Würzburg.
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil

Zu holen war beim Tabellenachten für die Neustädter wie so oft nichts. Nuancen entschieden am Samstagabend ein weiteres der vielen knappen Duelle in der Feggrube zugunsten der heimstarken Tropics. Ein Knackpunkt der Begegnung war der Ausfall von DJK-Aufbauspieler Aaron Scott als spielbestimmender Faktor. In Minute zwölf hatte der Guard bereits drei Fouls auf dem Konto, weshalb er anschließend viel Zeit auf der Bank verbrachte. „Damit fehlte uns früh ein Schlüsselspieler“, bedauerte DJK-Coach Stefan Merkl. Besonders wurde der US-Amerikaner auch bei der Verteidigung von Würzburgs überragendem Maximilian Heckel (32 Punkte, 3 Dreier) vermisst. Der letztjährige Ligatopscorer – da noch im Trikot von Don Bosco Bamberg – drückte dem Spiel seinen Stempel auf.

Zuvor hatte Neustadt in einem sehenswerten ersten Viertel (29:27 für die DJK) stark begonnen. Die eingespielten Würzburger verteidigten zwar mit extremer Härte und Druck, trafen viele Distanzwürfe und hielten das Tempo mit etlichen Fastbreaks hoch. Doch der Tabellenvierte aus Neustadt hielt mit hoher Trefferquote und sicherem Aufbauspiel dagegen. In einer sehr zweikampfbetonten Begegnung wechselte die Führung anschließend mehrfach, Punkteserien hüben wie drüben wurden jeweils vom anderen Team schnell wieder egalisiert.

So ging es weiter bis Anfang des Schlussviertels: Eine 10:0-Serie mit je fünf Zählern von Neustadts bestem Werfer Ondrej Stych (21 Punkte, 3 Dreier, 6/6 Freiwürfe) und Scott, der wieder eingewechselt worden war, bedeutete im stets engen Spiel einen fast schon soliden 72:63-Vorsprung. Ein Momentum, das Neustadt jedoch nicht nutzen konnte. Für Scott, der nur zwölf Minuten spielen konnte, waren es nämlich seine letzten Punkte am Abend. Mit den Fouls vier und fünf in kurzer Folge musste er endgültig vom Feld.

"Ondrej hat uns mit starken Punkten am Brett und jenseits von der Dreipunktelinie getragen", lobte Merkl. Das reichte aber nicht, wie er eingestehen musste: "Der Ausfall von Aaron besonders in der entscheidenden Phase traf uns hart." Es entstand ein minutenlanger spürbarer Bruch. Die Tropics, allen voran Heckel und Alexander Lauts (24 Punkte), drehten das Spiel erneut und dieses Mal vorentscheidend (zum 77:72).

"Rein kämpferisch kann man von einer sehr guten Teamleistung sprechen. Aber wir haben es nicht oft genug geschafft, die Ganzfeldpressverteidigung auszuspielen und den Ball an der Zone anzubringen", analysiert Merkl die knappe Niederlage. "Durch den Druck haben sich die Spieler zu oft verleiten lassen, den Ball zu schnell zu passen und damit sehr viele Turnover produziert." Dies sei der Defensivstärke Würzburgs geschuldet, denn man habe sich im Training eigentlich darauf vorbereitet. "Würzburgs Spieler waren letztlich etwas wacher und smarter als wir und einfach glücklicher am Schluss", meinte der Coach.

DJK: Stych (21 Punkte/3 Fouls), Meißner (17/4), Klughardt (13/1), Scott (12/5), Merkl (11/3), Fritsch (8/2), Aßheuer (8/4), Archer (6/1), Pöss (0/2), Baier (0/1) und Stein.

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