Neustadt an der Waldnaab
14.11.2018 - 11:34 Uhr

Ehemaliger Oberpfälzer Polizeipräsident Wilhelm Fenzl gestorben

Der in Neustadt/WN geborene Wilhelm Fenzl ist tot. Er war fünf Jahre Leiter des Polizeipräsidiums Niederbayern/Oberpfalz. Die Einsätze um die geplante WAA in Wackersdorf prägten seine Dienstzeit. Aber auch eine Gefangenenrevolte.

Der in Neustadt/WN geborene Polizeipräsident a. D. Wilhelm Fenzl ist gestorben. Bild: Polizeipräsidium Oberpfalz
Der in Neustadt/WN geborene Polizeipräsident a. D. Wilhelm Fenzl ist gestorben.

Der ehemalige Leiter des Polizeipräsidiums Niederbayern/Oberpfalz, Wilhelm Fenzl, ist tot. Das teilte die Polizei in einer Pressemeldung mit. Der gebürtige Neustädter war von 1986 bis zu seiner Pension 1991 Polizeipräsident, in dieser Zeit verantwortete er einige besondere Einsätze.

In der Landespolizeidirektion Oberbayern, wo er ab 1970 im Dienst war, wirkte er bei der Vorbereitung und Abwicklung des Polizeieinsatzes anlässlich der Olympischen Spieler 1974 mit. Kurz darauf stieg er in den höheren Polizeivollzugsdienst auf, ein Jahr später wurde er zur Direktion der bayerischen Bereitschaftspolizei nach München versetzt. Dort, zuerst als Sachgebiets- und später als Abteilungsleiter, war er unter anderem mit der Vorbereitung von Großeinsätzen der Bereitschaftspolizei betraut. "Bei zahlreichen Polizeieinsätzen bewährte er sich als souveräner Einsatzleiter mit großem taktischen Geschick und exzellentem Fachwissen", heißt es in der Pressemitteilung. Im Juli 1986 wurde Fenzl die Leitung des Polizeipräsidiums Niederbayern/Oberpfalz übertragen, er folgte auf Hermann Friker. Vor allem die Einsätze um die geplante Wiederaufarbeitungsanalage (WAA) in Wackersdorf prägte in der Folge seine Arbeit. Fenzl war es wichtig - neben der eigentlichen Polizeiarbeit rund um die WAA - die Kommunikation mit den Bürgern und Demonstranten zu intensivieren. Er verstärkte die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Auch weitere Großeinsätze, die Fenzl als Polizeipräsident leitete, blieben in Erinnerung. Im November 1989 erschossen zwei entwichene Sträflinge in Laaber (Kreis Regensburg) vier Menschen. Bei Neumarkt nahmen sie eine junge Frau als Geisel und flüchteten nach Unterfranken, wo die Geisel unverletzt befreit wurde. Eine Gefangenenrevolte 1990 in der JVA Straubing konnte dank eines "konsequenten und besonnen Polizeinsatzes unter Fenzels Leitung ohne Eskalation und ohne Verletzte beendet werden", wie es die Polizei schreibt.

Im April 1991 ging Fenzl in den Ruhestand, kurz darauf wurde er vom damaligen bayerischen Innenminister Edmund Stoiber mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. Wilhelm Fenzl ist am 30. Oktober 2018 im Alter von 88 Jahren gestorben. Er hinterlässt seine Ehefrau und drei erwachsene Kinder.

 
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