"Rising Storm" sind wahre Rock-Dinos, zählen zu den Urgesteinen der regionalen Musikszene. Die beiden musikalischen Köpfe und Bandmitglieder der ersten Stunde, Martin "Mirtl" Beutler (55) und Erich Forster (52), blicken zurück, aber auch nach vorne.
ONETZ: Erich und Mirtl, wie viele Songs habt ihr im Laufe der Jahrzehnte für Rising Storm geschrieben – und welche sind eure Favoriten?
Erich Forster: Es sind bestimmt 60 Songs. Auf einen Favoriten will ich mich aber nicht festlegen. Es gab verschiedene Phasen in unserer Geschichte. Sehr gut harmoniert habe ich damals mit „Chrishan“ Skrla.
Martin Beutler: Erich hat häufig die Musik geschrieben und ich dann den Text dazu. Aber auch alle anderen Bandmitglieder haben mitgewirkt. Jeder hat seinen Teil zu den Stücken beigetragen. Mein Lieblingsstück ist „George“. Es ist nicht unbedingt meine Musik, aber die Komposition ist irre.
ONETZ: Stellt doch bitte in kurzen Worten mal die Band vor!
Martin Beutler: Wir unterscheiden uns von anderen Bands durch unser breitgefächertes Spektrum. Viele Bands sind ihrer Linie treu. Unsere Musik reicht vom Blues bis zu Metal. Wichtig ist für uns immer die Melodie und der zweistimmige Gesang.
Erich Forster: Die Vielfalt ist unser Vorteil. In Anfangszeiten haben wir recht hart gespielt. Ich bin ein Blues-Fan und habe diesen Stil mit eingebracht. Wir hatten verschiedene Phasen. Mit Chrishan Skrla kamen der Nirvana-Einfluss und Grunge. Das hat uns sehr beeinflusst. Unsere besten Stücke stammen wahrscheinlich aus dieser Phase.
ONETZ: Erich, wie hat sich die Musik von Rising Storm seit den Anfängen entwickelt?
Erich Forster: Wir spielten zu Beginn im Rock-‘n‘-Roll-Bereich. Da hörte sich vieles gleich an. Mit der Zeit wurden wir reifer, sowohl an den Instrumenten als auch am Mikro.
ONETZ: Was macht die Musik der Band aus, was ist ihr Wiedererkennungswert?
Martin Beutler: Wir haben sehr viele eingängige Melodien. Unsere Stücke haben immer melodische Teile und einen zweistimmigen Refrain. Außerdem hat Erichs Gitarrenspiel einen Wiedererkennungswert.
Erich Forster: Es muss immer ein gewisses Gefühl in unserer Musik für mich da sein.
ONETZ: Welche Musik und Musiker haben Euch in den vergangenen 35 Jahren am meisten begeistert und beeinflusst?
Martin Beutler: Mein Hang zum melodiösen kommt aus der Oldie-Ecke, den „Hollies“, zum Beispiel „Carrie Anne“. Das ist mein Harmonie-Lied überhaupt. Daher kommt auch mein Hang zur Mehrstimmigkeit. Auch die Musik von „Kiss“ oder „Slade“ haben mich beeinflusst.
Erich Forster: Mich hat am Anfang Michael Schenkers Leadgitarre beeinflusst. Dann haben mich Bands wie „UFO“, „Whitesnake“ oder aktuell Joe Bonamassa inspiriert.
ONETZ: Welcher Auftritt hat euch am meisten beeindruckt?
Martin Beutler: Unser Programm mit Cello sorgt für Gänsehaut. Die Arrangements waren eine echte Herausforderung.
Erich Forster: Ich fand den Auftritt im Treppenhaus des Verwaltungsgebäudes der ehemaligen Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg vor fünf Jahren hervorragend. Im Publikum wurde es zu Beginn unseres Konzerts totenstill. Es waren viele Musiker unter den Zuhörern. Am Ende bekamen wir großen Applaus.
Martin Beutler: Die Geburtstagsfete eines Bekannten in München im Jahr 2005, bei der auch Schauspielerin Cleo Kretschmer dabei war und wir gemeinsam mit den „Goose Pimples“ und Musikern von „Haindling“ aufgetreten sind, war klasse. Oder unser „30-Jähriges“ in der „Alten Schießstätte“ in Neustadt oder unsere ersten Auftritte überhaupt im Flosser „Kellerhäusl“.
ONETZ: Erich, dein außergewöhnliches Gitarrenspiel ist ein Aushängeschild der Band. Hat sich deine Art zu spielen seit deiner Augenerkrankung (Erich ist mittlerweile blind, Anmerkung der Redaktion) verändert?
Erich Forster: Ja, das hat sich schon verändert. Ich kann nicht mehr alle Bünde greifen, weil ich nicht sehe, wo sie sind. Man entwickelt eine andere Art zu spielen. Früher ging es mit hellem Licht noch einigermaßen. Auch die Effekte musste ich reduzieren, weil ich nicht weiß, wo ich hintrete. Meine Frau Karin baut mir spezielle Vorrichtungen aus Holz mit wenigen Fußpedalen.
Martin Beutler: Erichs Sound klingt auch ohne Effekte toll.
ONETZ: Auf Eure Konzerte kommen die Fans von früher und auch junge Leute? Warum seid ihr immer noch angesagt?
Erich Forster: „Angesagt“ sind wir nicht unbedingt. Zum „Firehouse“-Festival in Neustadt kommen immer viele junge Leute. Die sind dann immer ganz begeistert, weil sie so eine Art Musik, wie wir sie machen, noch nicht gehört haben.
Martin Beutler: „Hardrock gibt es ja auch noch“, wundern die sich.
ONETZ: Das Projekt „Rock meets Cello“ hat euch viele neue Fans beschert. Was ist das Besondere daran?
Martin Beutler: Wie bereits erwähnt waren die Arrangements eine große Herausforderung. Die Musiker an klassischen Instrumenten spielen vom Blatt. Für unsere Songs gibt es aber keine Noten.
Erich Forster: Es gibt dem Ganzen eine ganz andere Klangfärbung. Cellistin Karin Ehrmann hat sich da super eingebracht.
ONETZ: Wann wird man mal wieder neue Songs der Band hören?
Erich Forster: Momentan muss ich passen. Die Interessen in unserer Band sind sehr verschieden. Die gemeinsame Schnittmenge ist momentan schwer zu finden. Es wird schon wieder neue Songs geben, aber ohne Zeitdruck.
Martin Beutler: Es gibt schon neue Ideen. Es ist auch eine Frage der Zeit. Früher hatten wir mehr Freiräume für die Musik, den Kopf auch freier.
ONETZ: Die Musiker der Band sind alle im Alter 50 plus? Wie lauten Eure Pläne für die Zukunft?
Martin Beutler: Sehr schwierig. Eigentlich wollte ich mich mit 55 als Musiker zur Ruhe setzen. Generell machen wir natürlich weiter, solange es Spaß macht. Unser Konzert zum Jubiläum ist wieder eine tolle Herausforderung.
Erich Forster: Ich kaufe mir immer noch Gitarren und Verstärker. Musik ist ein großer Teil meines Lebens. Weil ich aufgrund meiner Krankheit nicht mehr so viele Möglichkeiten habe, konzentriere ich mich auf die Musik.
ONETZ: Wie feiert die Band das 35-jährige Bestehen?
Martin Beutler: Die Bandkasse ist leer (lacht). Am Samstag gibt es unser Jubiläumskonzert mit befreundeten Musikern im Gasthof „Weisses Rößl“ in Neustadt. Das ist meiner Meinung nach genau die richtige Lokalität für uns.
„Rising Storm“ laden am Samstag, 22. September, zu einer musikalischen Geburtstagsparty in den Gasthof „Weisses Rössl“ nach Neustadt/WN ein. Im ersten Teil des Abends präsentiert die Band zusammen mit Cellistin Karin Ehrmann Auszüge aus dem Programm „Rock meets Cello“. Im zweiten Teil gibt es klassischen Hardrock mit der Unterstützung einiger Gastmusiker.
Einlass im Gasthof „Weisses Rössl“ ist um 19 Uhr, Showtime um 20 Uhr. Karten gibt es ausschließlich an der Abendkasse für sieben Euro.
Rising Storm stehen für handgemachten (Hard-)Rock britischer Prägung im Stile der 70er-Jahre. Alle Songs der Band stammen aus eigener Feder. Aktuelle Besetzung: Erich Forster (guit), Martin Beutler (bs, voc), „Buutz" Richtmann (dr), Karsten Fischer (guit), Stefan Puhane (voc). Mehr Infos im Internet auf: www.rising-storm.de; www.facebook.com/RISINGSTORMROCK/























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