Schwere Unwetter über der Nordoberpfalz [Aktualisierung]

Schwere Unwetter zogen am Donnerstagabend über die Oberpfalz.
Straßen wurden überflutet, Keller liefen voll. Die Integrierten Leitstellen Nordoberpfalz und Amberg melden gut 200 Einsätze.

Starke Regenfälle sorgten für überschwemmte Straßen
von Redaktion OnetzProfil

In einer ersten Bilanz meldete die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz 55 Unwettereinsätze für ihr Einsatzgebiet – unter anderem in Etzenricht, Luhe-Wildenau und Kohlberg. In Neustadt/WN wurden die Einsatzkräfte zu einem Kleinbrand gerufen. Durch einen Blitzeinschlag geriet ein Holzhaufen in Flammen. Auch in Oberwildenau ging die Sirene der Feuerwehr – allerdings aus einem anderen Grund: Die Sirene hatte sich nach einem Blitzschlag aktiviert und ging im Dauerton.

Gößenreuth bei Grafenwöhr erlebte eine der schlimmsten Überschwemmungen seit 50 Jahren. Wasser dran in mehrere Höfe und Keller ein. Über 50 Feuerwehrleute aus Gößenreuth, Grafenwöhr, Gmünd und Hütten waren fast drei Stunden im Einsatz. Ein Anwohner sprach davon, dass es sich um die schlimmste Überschwemmung seit dem 10. August 1968 handle. In Grafenwöhr hatten die Einsatzkräfte ebenfalls mit den Wassermassen und sowie umgefallenen Bäumen zu kämpfen.

In Amberg meldet die Integrierte Leitstelle mehr als 130 Notrufe innerhalb von dreieinhalb Stunden. Besonders stark war der Raum Hirschau/Schnaittenbach betroffen. In Hirschau regnete es rund 50 Liter pro Quadratmeter, das Wasser stand teilweise 30 Zentimeter hoch auf der Straße, Keller waren vollgelaufen. Zahlreiche Autofahrer verloren beim Durchqueren der Wassermassen auf der B14 ihre Nummernschilder. Zwischen Theuern und Lengenfeld verwandelten sich Feldwege in reißende Bäche. In Ebermannsdorf, Kümmersbruck und Penkhof fiel der Strom aus, weil ein Baum auf eine Stromleitung gefallen war und brannte.

BRK unterstützt Einsatzkräfte

Im Landkreis Tirschenreuth spricht die ILS von 65 Einsätzen. Besonders stark betroffen war der Markt Konnersreuth betroffen. Dort wurden die Einsatzkräfte innerhalb von einer halben Stunde zu 20 Einsätzen gerufen.

Das BRK versorgte in der Nacht auf Freitag über 100 Einsatzkräfte der eingesetzten Feuerwehren mit Speisen und Getränken. Die Leitstelle arbeitete am Donnerstagabend im Vollbetrieb mit zwölf Disponenten und Telefonisten unter der Lagedienstführung von Leitstellenleiter Herbert Putzer.

Ebenfalls stark vom Unwetter betroffen war Marktredwitz. Die Stadt hat am Donnerstagabend Art. 15 Des bayerischen Katastrophenschutzgesetzes ausgerufen „Örtliche Einsatzleitung bei Schadensereignissen unterhalb der Katastrophenschwelle“. Die Feuerwehren Waldershof, Waldsassen und Mitterteich unterstützen die Nachbarn in Oberfranken bezüglich der Bewältigung der Unwetterlage und gewährleisten den Brandschutz sowie den technischen Hilfsdienst. Das THW Weiden wurde in Vollalarm versetzt und nach Marktredwitz abkommandiert.

Starke Schäden auch in Regensburg und Oberfranken

Besonders betroffen vom Unwetter rund um Regensburg und im Landkreis Kelheim waren Laaber, Painten und Maierhofen. In Laaber stand der gesamte Marktplatz unter Wasser, in Painten waren um 3 Uhr nachts rund 150 Feuerwehrmänner im Einsatz. Mit Sandsäcken versuchten sie schlimmere Schäden zu verhindert. Maierhofen wurde vom Unwetter total überrascht. Die Einwohner konnten nur zusehen, wie Regenwasser in die Keller eindrang.

In Oberfranken am stärksten betroffen war der Landkreis Wunsiedel mit Schwerpunkt in den Gemeinde Arzberg, Schirnding, Hohenberg/Eger und Röthenbach. Hier liefen viele Keller voll Wasser, ein Öltank schwamm auf und lief aus. Mehrere Schlammlawinen machten Straßen, unter anderem die B303, unpassierbar. Teile einer Kreisstraße wurde weggespült.

Bilder vom Unwetter

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