Neutraubling
04.09.2023 - 17:41 Uhr
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Krones-Finanzvorständin über Diversität in der Arbeitswelt

Der Abfüllanlagenhersteller Krones aus Neutraubling (Kreis Regensburg) hat sich Gleichberechtigung auf die Fahne geschrieben. Im Interview erklärt Finanzvorständin Uta Anders, welche Rolle Diversität künftig in der Arbeitswelt spielen wird.

Uta Anders ist seit Anfang dieses Jahres Krones-Finanzvorständin. Bild: Florian Hammerich/Krones/exb
Uta Anders ist seit Anfang dieses Jahres Krones-Finanzvorständin.

Von Barbara Eisenhut

ONETZ: Frau Anders, seit November 2021 gibt es bei Krones ein „Diversity Board“, wie kam es dazu und wofür soll es gut sein?

Uta Anders: Wir sind ein Unternehmen, das nahezu überall auf der Welt vertreten ist. Man kann also sagen, dass wir Diversity in uns tragen, ohne darüber groß geredet zu haben. Jetzt beschäftigen wir uns intensiv damit und haben deshalb das Diversity Board gegründet. Der Fokus wurde zunächst auf das Geschlecht gelegt. Das festgesetzte Ziel ist, dass Frauen in Führungspositionen gestärkt werden. Bis 2024 wollen wir im oberen Management – also in der ersten und zweiten Ebene unter dem Vorstand – einen Frauenanteil von 15 Prozent haben.

ONETZ: Warum stehen Frauen im Fokus?

Als Maschinenbauunternehmen hat Krones branchenbedingt einen sehr hohen Männeranteil, vor allem in Führungspositionen. Das liegt auch daran, dass Frauen sich oft Zuhause um die Familie kümmern oder sich die Positionen einfach nicht zutrauen. Wir wollen Frauen, die Führungspotenzial haben, egal in welcher Lebenssituation sie stecken, die Chance bieten sich einzubringen.

ONETZ: Wie soll das gehen?

Wir schaffen Bedingungen, dass auch Frauen alle Karrieremöglichkeiten offenstehen, sie mehr Selbstbewusstsein haben und sich auf Führungspositionen bewerben. Dafür haben wir einen bunten Blumenstrauß an Maßnahmen ergriffen. Dadurch, dass Menschen aus unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens Teil des Boards sind, erwachsen Maßnahmen aus der Firma heraus, die genau auf uns zugeschnitten sind. Durch Rollenmodelle sehen die Frauen: Die haben das geschafft, das kann ich auch.

ONETZ: Wie setzt sich das Diversity Board zusammen?

Zu Beginn waren es sieben Frauen aus verschiedenen Altersstufen, Unternehmensbereichen und -funktionen – von der Produktion bis hin zur ersten Ebene unterhalb des Vorstands. Anfang dieses Jahres haben wir es erweitert. Nun sind auch drei Männer vertreten. Wir haben uns die Frage gestellt: Wie viel Diversität tragen sieben weiße Frauen in sich und kamen zu dem Ergebnis, dass es Sinn macht, auch Männer für das Board zu gewinnen. Wir wollen nicht in unserer weiblichen Blase vor uns hindenken. Und es ist wirklich erfrischend, wie sich dadurch der Austausch und die Perspektiven verändert haben.

ONETZ: Zahlt sich die Förderung von Diversität schon aus?

Wir haben schon viel erreicht, aber an den guten Zahlen kann man das so nicht festmachen. Denn zum Erfolg von Krones tragen alle Mitarbeitenden bei – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Alter oder Funktion im Unternehmen. Bis unser Vorhaben, mehr Frauen in Führungspositionen zu haben, greift, wird noch einige Zeit vergehen. Wie sich dadurch unser Unternehmen weiterentwickelt und welche positiven Effekte daraus resultieren, darauf freue ich mich aber jetzt schon.

ONETZ: Haben Sie bereits Veränderungen in der Belegschaft beobachtet?

Man sieht tatsächlich, dass sich bei den Frauen das Selbstbewusstsein verändert hat. Die Scheu, sich auf höhere Positionen zu bewerben, nimmt ab. Außerdem ist es auch interessant, was mit dem Bewusstsein der Männer im Unternehmen passiert ist. Es ist eine Akzeptanz da. Ich freue mich immer, wenn ein Mann zu mir kommt und sagt: Wir haben da eine Frau mit Potenzial. Wie können wir sie weiterentwickeln?

ONETZ: Wie kamen Sie selbst zu Krones?

Vor knapp drei Jahren fing ich als Leiterin des Konzern-Controllings an. Zuvor arbeitete ich über 20 Jahre bei Thyssen Krupp in verschiedenen Positionen. Unter anderem in Essen, Ludwigsburg, Heilbronn und Athen. Zu dem Wechsel kam es, weil ich noch mal etwas anderes machen wollte. Vorher kannte ich Krones gar nicht.

ONETZ: Finanzvorständin sind Sie seit Anfang des Jahres. Wie geht es Ihnen mit dieser Aufgabe?

Gut, ich bin sehr zufrieden, ich habe vielfältige Aufgaben, trage Verantwortung für meinen Bereich und es macht mir Spaß. Ich fand meine beiden ersten Jahre bei Krones sehr wichtig, um meinen neuen Wirkungskreis kennenzulernen. Und, um zu sehen, ob die Chemie stimmt. Denn nur dann kann man erfolgreich sein. Sie hat gestimmt.

Hintergrund:

Zu Person und Thema

  • Uta Anders: 53 Jahre alt, seit drei Jahren bei Krones, seit Anfang 2023 als Finanzvorständin
  • Diversity Board bei Krones: Gegründet vor zwei Jahren, mit dem Ziel Gleichberechtigung bei der Arbeit zu schaffen
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