Josef Loritz heißt der große Sohn der Stadt Nittenau. Ein gefeierter Kammersänger, hoch geschätzt im Musikleben um 1900. Hoch geschätzt wurde er auch von seinem neun Jahre jüngeren Künstlerfreund Max Reger, dem aufstrebenden Komponisten aus Weiden, der ihn bei seinen Auftritten am Flügel begleitete. Und auch heute noch sind die beiden Namen in fruchtbarer Weise miteinander verbandelt.
Zumindest in Nittenau, wo Reger-Kenner Professor Kurt Seibert - Gründer und langjähriger Leiter der Weidener Max-Reger-Tage - die Josef Loritz Tage ins Leben rief: ein dreitägiges Festival zu Loritz Ehre mit Musik von Reger und Zeitgenossen. Doch wie sich seinerzeit die Wege der beiden ziemlich besten Freunde wieder trennten, so mauserten sich auch die Loritz-Tage im Laufe der Zeit zur Konzertreihe mit eigenständigem Profil und neuem Namen. "Nittenau Vocal" präsentiert sich heute als kleines, feines Liedfestival mit einem bunten und vielfältigen Programm. Dennoch, ein kleiner Gruß an Loritz' ehemaligen Künstlerfreund ist meist dabei. So auch heuer.
Mit Regers "An die Hoffnung" eröffnen Marisa Altmann-Althausen (Mezzosopran) und Stephan Möller (Klavier) am Freitag, 1. Juni (19.30 Uhr), die dreitägige Veranstaltungsreihe im Foyer des Alten Rathauses. Ein kleiner Gruß aus der "Reger-Küche", nachgereicht wird von den beiden Wiener Künstlern ein delikates Menü mit Liedern von Schubert, Mussorgsky ("Lieder und Tänze des Todes") und Brahms ("Vier ernste Gesänge", op. 121).
Der zweite Abend (Samstag, 2. Juni, 19.30 Uhr) gehört allein dem Wort. Unter dem Titel "Lieder und Balladen vom Mittelalter bis heute" rezitiert Erik Roßbander, Schauspieler an der Bremer Shakespeare Company, Texte aus Carmina Burana, von Francois Villon, William Shakespeare und Bertold Brecht. Die thematische Bandbreite reicht dabei von Liebe und Lust bis hin zu deftig-bösen Seitenhieben auf die Obrigkeit.
Hochromantisch dagegen das Abschlusskonzert am Sonntag, 3. Juni (16 Uhr), mit Marlene Mild (Koloratursopran), Ruth Volpert (Mezzosopran) und Gordian Teupke (Klavier). Auf dem Programm stehen "Lieder und Duette der Romantik". Angefangen von schwärmerisch noblen Mendelssohn-Duetten bis hin zum schwelgerischen "Morgen!" von Richard Strauss. Und nirgends blüht die blaue Blume der Romantik schöner und geheimnisvoller als in Gustav Mahlers "Ich bin der Welt abhanden gekommen".
Die Veranstaltungen finden jeweils im Rathaus Nittenau statt. Kartenverkauf im Tourismus-Büro Nittenau (Telefon 09436/902733) und an der Abendkasse.
Das Programm
1. Juni, 19.30 Uhr: Eröffnungskonzert mit Marisa Altmann-Althausen (Sopran) und Stephan Möller (Klavier)
2. Juni, 19.30 Uhr: „Lieder und Balladen vom Mittelalter bis heute“, Rezitation: Erik Roßbander
3. Juni, 16 Uhr: „Duette und Lieder der Romantik“ mit Marlene Mild (Sopran), Ruth Volpert (Mezzosopran) und Gordian Teupke (Klavier)
Der zweite Teil der Rathauskonzerte vom 26. August bis 2. September präsentiert Werke von Bach, Beethoven und Edvard Grieg.













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