10.11.2019 - 17:30 Uhr
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1. FC Nürnberg beschert Interimstrainer Mintal desaströsen Einstand

Nach turbulenten Tagen schafft der 1. FC Nürnberg nach der Trennung von Trainer Canadi die Wende nicht: Tabellenführer Bielefeld überrollt den Club mit drei Treffern in nur fünf Minuten. Am Ende heißt es 1:5.

Nürnbergs Torwart Benedikt Willert hat einen gebrauchten Sonntag: Der Club verliert gegen den Tabellenersten Arminia Bielefeld mit 1:5.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Gemeinsam wolle man den Karren aus dem Dreck ziehen. Das forderten die Fans in der Nordkurve auf einem Transparent. Auf der Trainerbank soll das fortan interimsmäßig das "Phantom" Marek Mintal bewerkstelligen.

Kampf und keine Ausreden mehr. Das war die Forderung der Ultras. Doch vor der Mannschaft liegt kein leichter Weg, sich jetzt nach der "brutalen Niederlage" mit der keiner gerechnet habe, wie Mintal sagte, aus dem Tabellenkeller hochzuarbeiten. Schon zur Halbzeit kassierte das völlig verunsicherte Team Pfiffe und Rufe aus der Kurve. Die Fans mussten mitansehen, wie die auswärtsstarke Arminia innerhalb von nur fünf Minuten (10., 13., 15.) den Club überrollte - und in der Folge zerlegte. "Nicht nur ich bin sehr traurig" kommentierte Mintal. "Wir haben richtig auf die Fresse bekommen."

Enrico Valentini, der wieder in die Startelf gerutscht war, fehlten die Worte."Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll. Bei den drei Gegentoren stellen wir uns alle blöd an. Innerhalb von fünf Minuten brichst du dir da das Genick." Die Franken agierten vor allem im ersten Durchgang offensiv viel zu harmlos, das Zusammenspiel war ungenau, die Defensive ein wilder, ungeordneter Haufen. Dabei hatte man sich vorgenommen, intensiver in die Zweikämpfe zu gehen - es blieb bei einem Versprechen.

Wie wenig das Kollektiv im Moment funktioniert, zeigte sich im zweiten Durchgang. Kaum gelang Asger Sörensen ein Hoffnungsschimmer mit dem Anschlusstreffer (59.), dauerte es keine 60 Sekunden und auf der Anzeigentafel erschien das 1:4. In der 73. Minute verließen die ersten Fans das Stadion. Ein Kopfball des völlig unbedrängten Reinhold Yabo landete zum 1:5 erneut hinter der Nürnberger Torlinie. Im Stadion waren jetzt nur mehr die Fans aus der Gästekurve zu hören, die Nürnberger stellten die Unterstützung ein. "Im Endeffekt müssen wir uns bei den Fans entschuldigen", erklärte Felix Lohkemper, der es ebenfalls unter Mintal in die Startelf geschafft hatte. "Das war respektlos."

Der Club hat nun zwei Zähler Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz. Von Abstiegskampf in Franken möchte Mintal aber nicht sprechen. "Wir sind unten, da muss man aufpassen. Aber die Mannschaft hat Qualität. Sie wird die Punkte holen und wiederkommen. Ich glaube an die Jungs."

Beim TV-Sender Sky kündigte Sportvorstand Robert Palikuca an, noch in dieser Woche einen neuen Trainer zu präsentieren. Nach der Länderspielpause wartet Greuther Fürth auf den Club im Derby - es dürften heiße Tage am Valznerweiher werden.

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