28.11.2018 - 14:15 Uhr
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Bryan Adams auf Ultimate-Tour in Nürnberg

"Ultimate" heißt das aktuelle Album von Bryan Adams. Auf der gleichnamigen Tour gastiert er am Dienstag in Nürnberg. Und da steht auf einmal ein Konzertbesucher mitten im Rampenlicht.

von Andreas Hahn Kontakt Profil

Kurz vor 21 Uhr hat Flo aus Nürnberg seinen großen Auftritt. Er darf zu Bryan Adams auf die Bühne. Der Superstar aus Kanada war von dessen Tanzeinlage auf einer Treppe der ausverkauften Arena - über 6000 sind an diesem Dienstagabend gekommen - so begeistert, dass er ihn kurzerhand auf die Bühne holt. Ein kurzer Plausch und ein Erinnerungsfoto folgen - Adams, auch ein renommierter Fotograf, übernimmt das selbst.

Überhaupt gibt sich der Kanadier locker, souverän. Man merkt, dass er Spaß hat - obwohl es bereits Konzert Nummer 59 seiner "Ultimate Tour" ist. Eine Megabühne braucht der 59-Jährige nicht, auch keinen Laufsteg ins Publikum. Das schlicht gehaltenen Bühnenbild überzeugt - lediglich eine überdimensionale Leinwand gönnt sich Bryan Adams. Das gesamte Konzert könnte unter dem Motto "simple - aber effektiv" stehen. Adams und Band tragen allesamt weiße Hemden, blaue Jeans sowie schwarze Schuhe und Sakkos. Bis zum Schluss. Keiner entledigt sich der gepflegten Kleidung während des Konzerts.

Wäre man bei den Rolling Stones, könnte man es mit "It's Only Rock 'n Roll (But I Like It)" umschreiben. Doch Bryan Adams hat eigene Hits - und die feuert er über zwei Stunden lang ab. Das Set beinhaltet sämtliche Chart-Erfolge plus zwei brandneue Tracks aus seinem letzten Album. "Can't stop this thing we started", "Run to you", "When you're gone" (in Acoustic-Version), "Somebody", den Robin-Hood-Titelsong "(Everything I Do) I Do It for You", "18 til I Die", "Cuts like a knife" in XXL-Version oder "The Only Thing That Looks Good on Me Is You". "Summer of 69"? Eh klar. Ein Muss. Nürnberg steht Kopf. Und immer, wenn man meint, dass Adams schon viel "Pulver verschossen hat", zaubert er einen weiteren Knaller auf die Bühne.

Man nimmt dem Mann, der 1980 sein erstes Album veröffentlichte, den unkomplizierten Rockstar ab. Die ganze Show ist authentisch, sie wird auch durch seine Publikumsinteraktion bestätigt. Kurze Späße mit dem Auditorium sind für den Protagonisten kein Problem. Etwa, als er einen Mann aus den vorderen Reihen imitiert, der scheinbar zu laut zu tief mitgesungen hat. Oder als er für "It's only love" den zunächst erstaunten Besuchern Tina Turner als Stargast und Duett-Partnerin ankündigt - nach einer halben Minute Wartens aber mit einem "Oh - she is not here ..." alleine loslegt. Lange Ansprachen, Geschichten oder Hintergründe zu den Songs spart er sich, das muss auch nicht sein. Anders als etwa Alpen-Elvis Andreas Gabalier wenige Tage zuvor (ebenfalls vor ausverkauftem Haus) muss sich der Kanadier seinem Publikum nicht erklären. Die meisten davon sind wohl jenseits der 40 - mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass nicht die Hälfte der Anwesenden mehr mit dem Smartphone beschäftigt ist, denn einfach das Konzert zu genießen.

Zum Erfolg trägt auch Adams' langjähriger Gitarrist Keith Scott nicht unerheblich bei. Wobei er der einzige ist, der mit dem Sänger das Rampenlicht teilt. Überhaupt: Die Musiker scheinen sich blind zu verstehen. Das Zusammenspiel von Adams mit Mickey Curry (Drums) sowie Keyboarder Gary Breit und Bassist Norm Fisher ist perfekt. Und so kann jeder, der dabei war, sich glücklich schätzen, einen perfekten Konzertabend verlebt zu haben. Nicht nur Florian aus Nürnberg. Wobei es für den trotzdem - noch mehr als für alle anderen - eine "Night to remember" war.

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