Nürnberg
04.01.2019 - 13:45 Uhr

Gospel mit Hindernissen

„The 100 Voices of Gospel“ hinterlassen zwiespältigen Eindruck in der Nürnberger Meistersingerhalle

"The 100 Voices of Gospel" lassen viele Besucher etwas ratlos in der Nürnberger Meistersingerhalle zurück. Bild: stg
"The 100 Voices of Gospel" lassen viele Besucher etwas ratlos in der Nürnberger Meistersingerhalle zurück.
"The 100 Voices of Gospel" lassen viele Besucher etwas ratlos in der Nürnberger Meistersingerhalle zurück. Bild: stg
"The 100 Voices of Gospel" lassen viele Besucher etwas ratlos in der Nürnberger Meistersingerhalle zurück.

Nürnberg. Wer sich die Ausschnitte der SAT.1-Talentshow „It’s showtime“ oder des ARD-„Schlagerboom“ auf You-Tube anschaut, kann überall begeisterte Zuhörer erkennen. Der Chor „ The 100 Voices of Gospel“ animiert zum Mittanzen, Mitsingen und Mitklatschen. Aktuell ist die Show auf Deutschland-Tournee, am Donnerstag macht sie Station in der Meistersingerhalle Nürnberg. Dass dort der Funke nicht so richtig überspringen will, hat mehrere Gründe.

Natürlich ist klar, dass „The 100 Voices of Gospel“ einen neuen, einen modernen Gospel-Sound prägen wollen. Das wird auch in Nürnberg ziemlich deutlich: Mehr Tempo, mehr Gewicht für die Instrumente, zusätzliche moderne Tanz-Choreographien. In der Theorie ist das ein vielversprechender Ansatz, an der Umsetzung hapert es allerdings ziemlich. Primär versagen in Nürnberg die Verantwortlichen am Mischpult – man muss es so hart sagen – auf ganzer Linie: Die Mischung aus einem nicht überzeugenden Sound und einer überbordenden Lautstärke sorgen mehrmals für Hörschmerzen statt Hörgenuss – und auch dafür, dass viele Besucher die Halle vorzeitig verlassen.

Das macht es für die Akteure auf der Bühne, sowohl Chormitglieder wie auch Solisten, natürlich schwer, ihr „Feuer“ ans Publikum in der gut halb gefüllten Halle weiterzugeben. Dies dann kombiniert mit einigen schwächeren Frontsängern und etwas merkwürdigen Darbietungen, macht es nicht leichter. Der Chor selbst besteht übrigens auch gut 50 Sängerinnen und Sängern, zweimal am Abend wird er für kurze Auftritte ergänzt durch etwa 20 Nürnberger Sängerinnen und Sänger, die sich im Vorfeld melden konnten. Mit der Bezeichnung „100 Voices“ sollte man es also nicht so genau nehmen.

Und doch gibt es auch kleine Lichtblicke: Als beispielsweise ein Frontsänger aus New Orleans (der Name wird unverständlich ins Mikrofon gebrüllt, ein Programm mit Hintergrundinfos zum Chor, dem Chorleiter und den Solisten gibt es bedauerlicherweise nicht) „When the saints…“ interpretiert, wird es einem doch noch warm ums Herz und man kann die Seele des Gospels spüren. Und mit künftig mehr Feingefühl an Mischpult könnten die Konzerte wesentlich mehr überzeugen.

 
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