04.03.2019 - 11:49 Uhr
NürnbergDeutschland & Welt

Mittendrin im Ozean

Filmische Wucht mit Live-Musik: BBC-Doku „Unser blauer Planet II“ überzeugt in der Nürnberger Arena mit gewaltigen Bildern und satten Klängen.

Auch der Clownfisch wurde bei "Unser blauer Planet II" vom City of Prague Philharmonic Orchestra mit den passenden Klängen vorgestellt.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Es gibt Gesprächsrunden, bei denen man gerne dabei wäre. Die es aber leider so nicht mehr geben wird. Aber spannend wäre es schon, wenn sich Tierforscher und Ozean-Experten wie Jacques-Yves Cousteau, Bernhard Grzimek, Hans Hass und Heinz Sielmann über die Liveshow „Unser blauer Planet II“ unterhalten würden. Und wer weiß: Vielleicht wären sie ja sogar selbst daran beteiligt. Station macht die BBC-Dokumentation während ihrer Tour durch Deutschland auch in der Arena Nürnberg, musikalisch begleitet vom „The City of Prague Philharmonic Orchestra“ unter der Leitung von Matthew Freeman und erläutert vom bekannten TV-Moderator Dirk Steffens.

Es stecken viel Zeit und Technik in dem, was den Besuchern auf einer riesigen LED-Leinwand in gestochen scharfen Bildern – in 4K-Ultra-HD-Qualität – präsentiert wird. Gut zwei Stunden lang werden spektakuläre Sequenzen der preisgekrönten BBC-Naturdokumentation „Blue Planet II“ gezeigt: Vier Jahre lang wurde dafür gedreht, das Team unternahm insgesamt 125 Expeditionen in 39 Länder, filmte auf allen Kontinenten und in jedem Ozean. Über 6000 Stunden wurde getaucht, davon allein 1000 Stunden in Unterseebooten. Die Bandbreite der eingesetzten Kameras kann der Zuschauer nur erahnen, denn er ist in die Sequenzen praktisch involviert – unter Wasser, knapp über dem Wasser, in der Vogelperspektive oder mit dem gefilmten Objekt auf Tuchfühlung. Es hat schon was von dem alten Werbespruch „Mittendrin statt nur dabei“.

Man sieht Schwertwale, die Heringsschwärme zusammentreiben, Delfine, die auf Wellen reiten, und Krebse, die sich eine Art Verfolgungsjagd auf Leben und Tod mit Moränen liefern. Spektakulär geraten auch die Aufnahmen der Portugiesischen Galeere, einer Quallen-Art, mit ihren meterlangen Giftfäden, die im wahrsten Sinne des Wortes ihr „Segel“ setzt und sich treiben lässt. Die Bilder spiegeln die Artenvielfalt wieder, die es in den Ozeanen der Welt gibt, sie geben einen Einblick in den Alltag der Meereslebewesen. Und natürlich haben viele Ausschnitte auch den Charakter von „Fressen und Gefressen-Werden“.

Der Abend lebt aber nicht allein von den Bildern, sondern vor allem auch von den Klängen: Zu hören sind die Kompositionen von Oscar-Preisträger Hans Zimmer („Fluch der Karibik“, „Pearl Harbor“, „Gladiator“), Jacob Shea und David Fleming. Das „City of Prague Philharmonic Orchestra“ intoniert unter der Leitung von Matthew Freeman die mitreißenden Kompositionen symphonisch-dramatisch in der passenden Stimmungslage, so dass die Bilder noch mehr Kraft und Wucht entfalten können.

Moderator Dirk Steffens, bekannt aus „Terra X: Faszination Erde“, ist selbst erfahrener Taucher und Unterwasser-Filmer. Er ordnet vor den Sequenzen das Geschehen auf der Leinwand kurz und prägnant ein, so dass jeder Zuschauer das weiß, was man zum Verstehen wissen muss. Ein herrliches Bild- und Klangerlebnis, gepaart mit einem eindrucksvollen Plädoyer für Umwelt-, Natur- und Artenschutz.

Auch der Clownfisch wurde bei "Unser blauer Planet II" vom City of Prague Philharmonic Orchestra mit den passenden Klängen vorgestellt.
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