03.09.2019 - 09:05 Uhr
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Polizei beendet Jungfernfahrt mit „Seidla-Express“

Nach monatelanger, akribischer Bastelarbeit begab sich ein 18-Jähriger mit seinem selbstgebauten Elektrogefährt auf die Reise durch Zirndorf. Der große Moment endete jedoch abrupt, als er von der Polizei gestoppt wurde.

Am Sonntagabend (01.09.2019) bot sich Beamten der PI Zirndorf ein nicht alltägliches Bild. In der Spitalstraße beobachteten sie einen jungen Mann, der es sich auf seinem selbstgebauten Gefährt bequem gemacht hatte und mit einer Geschwindigkeit, die definitiv schneller war, als die Polizei erlaubt, den Gehweg entlang fuhr.
von Alexander Unger Kontakt Profil

Am Sonntagabend bot sich den Beamten der Polizeiinspektion Zirndorf ein nicht alltägliches Bild. In der Spitalstraße beobachteten sie einen jungen Mann, der es sich auf seinem selbstgebauten Gefährt bequem gemacht hatte und mit einer Geschwindigkeit, die definitiv schneller war, als die Polizei erlaubt, den Gehweg entlang fuhr.

"Bei einer Kontrolle wurde das Fahrzeug näher in Augenschein genommen", heißt es dazu im Bericht des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Vier Räder, eine Pressspanplatte und zwei leere Bierkisten bildeten den Grundstock. Für Sitzkomfort sorgte ein metallener Treckersitz, der auf der Bierkiste angebracht war.

Signalanlage für amerikanische Polizeifahrzeuge im Bierkasten

Ein Blick ins Innere des Gefährts offenbarte das augenscheinliche Geschick des jungen Mannes für Elektronik. Unter der Sitzbank befand sich ein Akku, der zwei Elektromotoren an den jeweiligen Rädern antreibt. Im vorderen Bierkasten war zudem eine funktionstüchtige Signalanlage für amerikanische Polizeifahrzeuge verbaut.

Sogar an eine Front- und Heckbeleuchtung hatte der Konstrukteur gedacht. Die Beleuchtung war dann laut Polizei aber auch alles, was zumindest annähernd den Vorschriften der Straßenverkehrszulassungsordnung entsprach. Der Bastler erklärte stolz, sein „Seidla-Express“ würde es auf 25 km/h schaffen. Er habe jedoch eine Drosselung auf 10 km/h vorgenommen.

"Seidla-Express" an der Leine

Fahrzeuge ab 6 km/h, müssen, wenn sie am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, zugelassen werden. In der Praxis wird eine Zulassung für ein solches Unikat jedoch kaum zu erhalten sein. Darüber hinaus wird auch Versicherung und Steuer fällig. Die Vermutung liegt nahe, dass wohl der Drang des Bastlers, sein Gefährt auszuprobieren, stärker war, als jegliche Angst vor Strafe.

Die Beamten verhinderten die Weiterfahrt. Der Fahrer wurde zum Fußgänger, der sein Fahrzeug an einer Leine hinter sich her nach Hause ziehen musste. Der 18-Jährige muss sich nun in einem Ermittlungsverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Verstößen gegen das Pflichtversicherungs/- bzw. Kraftfahrzeugsteuergesetz verantworten.

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