11.09.2019 - 16:38 Uhr
Deutschland & Welt

Oberpfälzer Häuser für die Nachwelt bewahren

Bürgerstiftung "Kulturerbe Bayern" setzt sich in Zukunft besonders für Baudenkmäler in der Oberpfalz ein

Die Stiftungsvorsitzenden von „Kulturerbe Bayern“ Alexander Freiherr von Hornstein (rechts) und Veronika Eder, freuen sich über die Stiftung des Ambergers Ulrich Rubenbauer. Dank ihm können nun denkmalgeschützte Häuser in der Oberpfalz bewahrt werden.
von Externer BeitragProfil

Die Stiftung "Kulturerbe Bayern" setzt sich seit vergangenem Jahr für schützenswerte Baudenkmäler in ganz Bayern ein. Dank der Spende eines Ambergers konnte die Stiftung jetzt einen Themenfonds errichten, mit dem denkmalgeschützte Wohnhäuser in der Oberpfalz für die nächsten Generationen erhalten werden sollen.

Große Herausforderung

"Das große Interesse der Menschen beim Tag des offenen Denkmals am vergangenen Sonntag hat wieder gezeigt: Bayern ist ein denkmalbegeistertes Land", erklärte Bezirksheimatpfleger Tobias Appl in Regensburg. Doch genauso stehe die Denkmalpflege in der Oberpfalz vor großen Herausforderungen. Da gelte es nicht nur Ortskerne zu revitalisieren. Auch gebe es zahlreiche große Gebäude, wie Schulen, Krankenhäuser, Pfarrhäuser oder Fabriken in der ganzen Oberpfalz, die durch den Strukturwandel verwaist seien. "Dafür müssen wir neue Nutzungen finden", betonte Appl.

Umso mehr freute sich der Bezirksheimatpfleger zusammen mit anderen Gästen über den Termin im historischen Thon-Dittmer-Palais in Regensburg. Dank der Spende von Ulrich Rubenbauer konnte dort in Anwesenheit der Vorstandsvorsitzenden der "Kulturerbestiftung Bayern", des Regierungspräsident der Oberpfalz Axel Bartelt sowie weiteren Förderern der Denkmalpflege der erste Themenfonds der Stiftung errichtet werden.

Die 30 000 Euro des gebürtigen Ambergers bilden den Grundstock dieses Fonds, den man nach längeren Überlegungen mit dem Titel "Förderung von denkmalgeschützten Wohnhäusern in der Oberpfalz" bezeichnet habe. "Das Konzept von hat mich von Anfang an überzeugt, so dass ich mich gerne bereit erklärt habe, das Gründungskapital für den Themenfonds zur Verfügung zu stellen", sagte Rubenbauer. So könne er vielleicht auch einen kleinen Beitrag leisten, die Kulturlandschaft der Oberpfalz auch für die kommenden Generationen zu bewahren.

"Durch ihre Stiftung ist es nun möglich, dass Oberpfälzer jetzt auch Denkmäler vor ihrer eigenen Haustür fördern können", betonte der Vorstandsvorsitzende von "Kulturerbe Bayern", Alexander Freiherr von Hornstein. Schließlich wollten Spender in der Regel wissen, wohin ihr Geld fließe. Und am liebsten haben sie es, wenn es in der Region bleibt.

Das Erbe bewahren

Die Erträge des Fonds werden künftig dazu verwendet, das vielfältige bauliche Erbe des Bezirks zu bewahren. Ob Bürgerhaus oder einstiger Adelssitz - mit den Mitteln des Themenfonds werde in Zukunft zur Erhaltung, Sanierung und Nutzung solcher für den Bezirk typischer Baudenkmäler beigetragen.

Für die Bürgerstiftung "Kulturerbe Bayern" ist die Spende des gebürtigen Ambergers Rubenbauer ein Meilenstein. "Es zeigt uns, dass wir trotz unseres jungen Alters Menschen für unsere Idee begeistern können", wusste Vorstandsmitglied Veronika Eder. Erst seit dem Jahr 2015 gibt es den Verein "Kulturerbe Bayern", der Menschen gewinnen möchte, sich für die Kulturgüter in Bayern einzusetzen.

Als "Bayerischer National Trust" übernimmt die Initiative gefährdete Baudenkmäler, Gärten oder Parks in ganz Bayern in ihre Obhut und bewahrt sie für die Nachwelt - mit der tatkräftigen Unterstützung von Mitgliedern, Volunteers und Spendern", so Eder. Erst im November des vergangenen Jahres konnte anlässlich des 100. Geburtstags des Freistaats das zweite Standbein der Initiative, die Stiftung "Kulturerbe Bayern", gegründet werden.

Seitdem konnte bereits ein Haus im mittelfränkischen Rothenburg ob der Tauber saniert werden. Und wenig später der nächste Schritt: Mit der Spende von Rubenbauer konnte der erste Themenfonds von "Kulturerbe Bayern" errichtet werden, deren Erträge nur in die Oberpfalz fließen. "Es ist gut möglich, dass es auch in anderen Regierungsbezirken in Zukunft ähnliche Themenfonds geben wird", erklärte von Hornstein.

www.kulturerbebayern.de

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