20.07.2021 - 13:38 Uhr
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Blitzmarathon: 2.259 mal zu schnell

Eine Woche hat die Polizei in der Oberpfalz den Autofahrern auf den Puls gefühlt. Bei der Verkehrsüberwachung gingen mehr als 2000 Raser in Netz. Einen krassen Fall gab es im Landkreis Neustadt/WN.

Die Polizei hat beim Blitzmarathon die gefahrene Geschwindigkeit von über 87.000 Fahrzeugen kontrolliert.
von Alexander Unger Kontakt Profil

Seit Jahren geht die Polizei mit Blitzmarathons gegen Raser vor, um die Zahl der Unfälle und Verkehrstoten zu senken. Bei der jüngsten Aktion kontrollierten die Beamten binnen einer Woche an 237 Messtellen auf den Landstraßen in der Oberpfalz mehr 87.242 Fahrzeuge. Dabei gingen der Polizei mehr als 2259 Temposünder ins Netz.

Vergangenes Jahr sind in der Oberpfalz laut Polizei bei Verkehrsunfällen auf Landstraßen 13 Menschen wegen überhöhter oder nicht angepasster Fälle gestorben. Mehr als ein Drittel aller tödlichen Unfälle (35) die sich auf der Landstraße ereigneten. Insgesamt starben im Jahr 2020 laut Polizei 47 Menschen bei Verkehrsunfällen in der Oberpfalz.

Trotz Beschränkung mit 159 Stundenkilometer

Einen besonders krassen Fall von Geschwindigkeitsübertretung meldet die Polizei im Zuge ihrem Bilanz am Dienstag aus dem Landkreis Neustadt/WN. Der Fahrer war nach Angaben von Sprecher, Polizeihauptkommissar Josef Weindl, auf der Landstraße mit 159 Stundenkilometer unterwegs, obwohl die Geschwindigkeit in diesem Bereich auf 70 Stundenkilometer beschränkt war. Der Betreffende habe nun mit einem Bußgeld in Höhe von mindestens 600 Euro sowie Zwei Punkten in der Verkehrssünderdatei und drei Monaten Fahrverbot zu rechnen.

In 108 Fällen ahndete die Polizei weitere Verstöße. Bei den meisten Verstößen handelte es sich den Angaben zufolge um nicht angelegte Sicherheitsgurte, die Nutzung von Mobiltelefonen während der Fahrt sowie Fahren ohne Fahrerlaubnis. Für die Kontrollen waren 387 Polizistinnen und Polizisten eingesetzt.

Unfallrisiken senken

Im Zuge der Aktion "Geschwindigkeitsüberwachung auf der Landstraße" vom 12. Juli setzte die Polizei sämtliches Verkehrsüberwachungsgerät ein. Darunter mobile Geschwindigkeitsmessgeräte, umgangssprachlich „Blitzer“ genannt sowie Handlaser-Messgeräte und Überwachungsfahrzeuge ein. Zudem nutzten die Beamten zur Geschwindigkeitsüberwachung auch den „Enforcement Trailer“ – ein Anhänger mit einem Lasermessgerät. Das führt über längere Zeit selbständig Messungen durch.

"Ziel der Aktion war es, insbesondere an gefährlichen Unfallhäufungspunkten auf Landstraßen das Geschwindigkeitsniveau zu senken", schreibt Weindl. Die Polizei verweist auf ihre Erfahrungen aus der Vergangenheit, wonach sich durch wiederkehrende Aktionen zur Geschwindigkeitsüberwachung die gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeiten und damit die Unfallrisiken senken lassen.

Gespräche mit Temposündern

Dazu gehört aus Sicht der Polizei gegen Raser konsequent einzuschreiten. Dazu halten die Beamten Raser nach Geschwindigkeitsüberschreitungen an und versuchen mit Gesprächen "Einsicht und eine Verhaltensänderung zu bewirken". Die Polizei will so das Bewusstsein für die Risiken und Folgen zu schnellen Fahrens schärfen.

Das Fazit dieser Gespräche: Die Polizeibeamtinnen und -beamten der Oberpfalz hätten auf verständnisvolle und einsichtige Fahrzeuglenker getroffen, obwohl der Anlass für das Gespräch für die Betreffenden in manchen Fällen angesichts der zu erwartenden Bußgeldverfahren, Punkte und Fahrverbote kein angenehmer gewesen sei.

Die Unfallschwerpunkte in der Oberpfalz

Amberg

Die Geschwindigkeitsüberwachung ist ein zentrales Element der Verkehrssicherheitsarbeit. Wir lassen nicht locker mit solchen Aktionen auf die Gefahren nicht angepasster oder überhöhter Geschwindigkeit hinzuweisen.

Polizeirat Andreas Schieder, stellvertretender Leiter des Gebietes Ordnungs- und Schutzaufgaben/Verkehr

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