10.12.2019 - 14:53 Uhr
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Einbruchserie im Raum Neumarkt-Regensburg: Zahl steigt auf 21 Fälle

Die Einbruchzahlen in der Oberpfalz steigen zuletzt massiv. Die Polizei spricht von 38 Fällen in weniger als zwei Wochen. Am vergangenen Wochenende schlugen Unbekannte 21 Mal entlang der A3 zu. Die Polizei verstärkt ihre Präsenz vor Ort.

Entlang der A3 zwischen Neumarkt und Regensburg kam es zu einer Serie von Einbrüchen. Die Polizei ist alarmiert.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Nach der aufsehenerregenden Einbruchserie von vergangenem Wochenende im Kreis Neumarkt und dem Bereich Regensburg ist die Polizei alarmiert. Zwischen Donnerstagabend und Montagmorgen kam es entlang der A 3 zu einer Serie von 21 Wohnungseinbrüchen – innerhalb von nur fünf Tagen(wir berichteten). Diese Zahl entspricht fast einem Zehntel aller Einbrüche des Jahres 2018 (251 Fälle).

Ursprünglich nannte das Polizeipräsidium Regensburg 19 Fälle. Im Bereich Neumarkt wurden jedoch zwei weitere Einbrüche verspätet bemerkt: Die Zahl erhöhte sich somit laut Pressesprecher Florian Beck auf 21 – eine "außergewöhnliche Häufung". Zwar wurde Beck zufolge bisher kein Tatverdächtiger festgenommen. "Im Dunkeln tappen wir aber dennoch nicht." Die Polizei habe "intensive Spurensicherungsmaßnahmen durchgeführt", zudem würden die Ermittlungen inzwischen zentral von der Polizeikriminalinspektion Regensburg geführt. "Oft dauert es Wochen, bis jemand festgenommen wird, weil die Spurenauswertung einfach Zeit braucht", erklärt der Polizeihauptkommissar.

Einsatzgruppen als Verstärkung

Beck bestätigt, dass die Vorfälle der vergangenen Tage "konzentriert" und eine "besondere Häufung" seien, die wohl auf eine "organisierte und möglicherweise reisende Tätergruppierung" schließen lassen. Um den Einbrechern habhaft zu werden, kamen am Wochenende Spürhunde und die Polizeihubschrauberstaffel zum Einsatz. Ein mit Wärmebildkamera ausgestatteter Helikopter fahndete nach den Kriminellen – bislang vergeblich.

Der Pressesprecher sagt, dass die Polizei in der dunklen Jahreszeit sowieso verstärkt Streife fährt. Durch die Serie entlang der A3 seien die Inspektionen in den betroffenen Gebieten wie Neumarkt aber durch sogenannte "Operative Ergänzungsdienste" zusätzlich verstärkt worden. "Wir haben Einsatzzüge und zivile Einsatzgruppen geschickt, die vor Ort zusätzlich Manpower bringen", informiert Beck über die laufenden Maßnahmen.

Wir haben Einsatzzüge und zivile Einsatzgruppen geschickt, die vor Ort zusätzlich Manpower bringen.

Polizeihauptkommissar Florian Beck

Der Polizeibeamte mahnt die Bürger zur Wachsamkeit. Insbesondere Auffälligkeiten in Wohngebieten wie ungewöhnlich langsam fahrende, fremde Autos oder umherstreifende Personen sollten sofort gemeldet werden – auch per Notruf. "Wir kommen lieber einmal zu viel", sagt Beck. Wer zur Einbruchserie im Raum Neumarkt-Regensburg Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, dies der Polizei unter 0941/5062888 mitzuteilen.

Einbrüche seit Jahren rückläufig

Obwohl es zwischen 29. November und 9. Dezember zu bereits 38 Einbrüchen in der Oberpfalz kam, bestehe kein Grund zur Panik. "Die Statistik lehrt uns", so Beck, "dass es im Herbst und Winter grundsätzlich vermehrt zu Einbrüchen kommt, weil die Kriminellen den Schutz der Dunkelheit nutzen."

Auch eine Auswertung der Einbruchzahlen der vergangenen Jahre zeigt, dass es in der Oberpfalz vergleichsweise sicher ist - und die Zahlen von Jahr zu Jahr sinken. So weist der für das Jahr 2017 vom Regensburger Polizeipräsidium veröffentliche Sicherheitsbericht 392 Wohnungseinbrüche für den Bezirk aus (Minus 38 Prozent zum Vorjahr). 2018 ging diese Zahl auf nur noch 251 Fälle (Minus 36 Prozent) zurück – laut Präsidium der "niedrigste Stand im Langzeitvergleich". Die Werte für das laufende Jahr liegen noch nicht vor. Die jüngste Einbruchserie entlang der A3 dürfte sich in der Statistik aber deutlich bemerkbar machen und könnte womöglich sogar eine Trendumkehr im Vergleich zu den Vorjahren bedeuten.

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