15.10.2019 - 16:07 Uhr
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Oberpfälzer Ärzte: Reicht der Grippe-Impfstoff?

Husten, Schnupfen, Fieber und Gliederschmerzen. Mit einer Grippe ist nicht zu spaßen. Als die Influenza 2018/19 in der Oberpfalz grassierte, wurde der Impfstoff knapp. Wie schätzen Ärzte aus der Region die bevorstehende Saison ein?

Oberpfälzer Ärzte raten Menschen über 60, sich prinzipiell gegen Grippe impfen zu lassen.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Die kalte Jahreszeit steht bevor und damit die Zeit, in der die Grippe wieder zuschlägt. Vergangene Saison hatten sich bayernweit um die 1,54 Millionen Patienten gegen die Influenza impfen lassen. Oberpfälzer Ärzte hatten damit zu kämpfen, genügend Nachschub zu bekommen. Für die anstehende Grippesaison fühlen sich die Mediziner in der Region allerdings gut gerüstet.

Der Amberger Allgemeinmediziner Werner Danhauser hat circa 400 Einheiten Grippeimpfstoff bestellen können. "Einen Engpass scheint es noch nicht zu geben. Bei uns ist alles in Ordnung", sagt er. Problematisch könne es aber dann werden, wenn sich eine Grippewelle bereits ausbreite. "Das ist ganz typisch für den Menschen: Er verdrängt es solange, bis die Mundpropaganda losgeht." Bekämen die Leute mit, dass Personen um sie herum krank werden, reagieren sie panisch. "Wenn dann alle auf einmal kommen, ist es schon möglich, dass es zu Engpässen kommt", erklärt der Arzt. Nach Danhausers Angaben verläuft die Grippe-Hochsaison von Mitte Dezember bis Ende Februar. "Das ist die Zeit der Weihnachtsfeiern und Faschingsparties. Die wirken als Multiplikatoren, weil sich die Menschen da gegenseitig anstecken." Er empfiehlt jedem über 60, sich impfen zu lassen. "Es sollten sich auch all diejenigen impfen lassen, die viel Publikumsverkehr haben." Damit meint er zum Beispiel medizinisches Fachpersonal, Lehrer, sowie Kinderpfleger.

Ähnlich gut gegen die bevorstehende Grippesaison gerüstet fühlt sich Markus Hummel aus Irchenrieth. Der Arzt glaubt, dass er heuer genügend Impfstoff geordert hat. In den Jahren davor musste er immer wieder nachbestellen. Seiner Einschätzung nach sieht derzeit nichts nach einem Engpass aus. "Ich impfe sehr viel gegen Grippe. Es ist ein Irrglaube, dass man auf die Impfung erst krank wird. Ganz im Gegenteil." Ihm zufolge gibt es europaweit jährlich rund 90 000 Todesfälle aufgrund der Grippe. Laut Robert Koch Institut starben vergangene Saison auch 111 Menschen in Bayern an den Folgen der Influenza.

Auch der Tirschenreuther Internist, Jürgen Gleißner, glaubt, dass der Impfstoff reicht. Er beklagt, dass sich viele Menschen zu spät gegen Grippe schützen wollten. "Das ist so wie mit den Winterreifen. Erst wenn es das erste Mal geschneit hat, wollen plötzlich alle in die Werkstatt." Ideal sei es, sich schon Mitte Oktober den Impfstoff verabreichen zu lassen.

Eine Prognose dafür, wie viel Impfstoff kommende Saison gebraucht wird, ist nicht möglich. Dietrich Paper von der Bayerische Landesapothekerkammer erklärt, dass die Produktion auf den Erfahrungswerten der vergangenen Saison basiert. Wie viele Leute in den nächsten Monaten eine Impfung wollen, lasse sich nicht vorherbestimmen. Den Impfstoff auf Vorrat für kommende Jahre herstellen, ist ebenfalls nicht möglich, weil das Mittel immer wieder auf neue Erreger abgestimmt und erweitert wird.

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