14.06.2019 - 12:39 Uhr
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Oberpfalz-Medien beim Lokaljournalistenpreis ganz weit vorne

Ausnahmsweise berichtet das Onetz an dieser Stelle über einen eigenen Erfolg. Kollegin Christina Ascherl hat beim jüngsten Lokaljournalisten-Oscar ganz weit vorne mitgemischt.

Aus den Akten: Durch dieses Loch im Zaun krabbelte erst Familie Schmidt, dann die Grenzwache. 200 Meter weiter fielen die Schüsse.
von Redaktion OnetzProfil

Die Serie "Tote am Eisernen Vorhang" der Zeitung "Der neue Tag/Amberger Zeitung/Sulzbach-Rosenberger Zeitung" ist von der Jury des Deutschen Lokaljournalistenpreises in die Endauswahl genommen worden. Von 341 Einsendungen zum allgemeinen Wettbewerb waren am Ende noch acht im Rennen.

Der Lokaljournalistenpreis 2018 der Berliner Konrad-Adenauer-Stiftung, gerne als "Oskar des Lokaljournalismus" bezeichnet, ging letztlich an die Freie Presse aus Chemnitz für das Leserdebatten-Format "Chemnitz diskutiert". Zweiter Preisträger ist die Pforzheimer Zeitung für das crossmediale Projekt "50 Jahre Tornado". Der dritte Preis geht an die Rhein-Main-Zeitung für investigative Recherche zu Pannen bei der Landtagswahl.

Die Serie über die "Toten am Eisernen Vorhang" hat ihren Ursprung in Ermittlungen der Weidener Staatsanwaltschaft. Diese rollt die Tötung von vier Deutschen neu auf. Die DDR-Bürger waren zwischen 1967 bis 1986 beim Fluchtversuch über die tschechoslowakische Grenze nach Bayern und Österreich zu Tode gekommen.

Über viele Jahrzehnte war selbst deutschen Grenzbeamten unbekannt, was sich hinter dem Eisernen Vorhang abspielte. Sie hörten Schüsse und Hundegebell, sahen die Signalraketen. Was sich tatsächlich ereignete, konnten sie nur ahnen. Der Eiserne Vorhang war trickreich angelegt. Die Sperranlagen lagen bis zu fünf Kilometer von der tatsächlichen Grenze im Landesinneren der Tschechoslowakei. Der Flüchtige, der meinte, mit dem Durchdringen des Stacheldrahts sei die Schlacht geschlagen, der irrte dramatisch.

Wer waren die Männer, die hier ihr Leben ließen? Redakteurin Christine Ascherl hat für die Serie unter anderem mit Angehörigen gesprochen und alte Akten der tschechischen Grenzwachen durchforstet. Herausgekommen sind fünf Geschichten, die anlässlich der Preisvergabe im "Magazin" der heutigen Samstagsausgabe noch einmal nachzulesen sind: Über Ingenieur Gerhard Schmidt (38) aus Staßfurt, erschossen vor den Augen seiner Kinder; Hartmut Tautz (18), Klarinettist aus Magdeburg, von Hunden tot gebissen; Kurt Hoffmeister (22) aus Eisenhüttenstadt, der kurz vor Stadlern verblutete und schließlich vier Freunde aus Leipzig, darunter Richard Schlenz (28), die den abenteuerlichen Versuch wagten, den Grenzschluss March zu durchschwimmen.

Noch einer ist nicht vergessen: Wanderer Hans Dick aus Amberg, der bei Bärnau mit einem Flüchtigen verwechselt wurde. Grenzwachen erschossen ihn auf deutschem Boden - aus "Versehen". Das ist auch der Grund, warum er aus den Ermittlungen ausgeklammert wurde. Diese richten sich gegen die Befehlsgeber - die letzten Überlebenden des Politbüros: Einen Befehl, Spaziergänger zu töten, gab es nicht.

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