15.07.2019 - 12:06 Uhr
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Was bei einer Reise mit Haustieren zu beachten ist

Ob Hund, Katze oder Frettchen – wer mit seinem Haustier verreist, muss eine ganze Menge an Vorbereitungen treffen. Die Experten der Arag-Versicherung geben Tipps, worauf zu achten ist.

Im Koffer kann das Haustier natürlich nicht mit in den Urlaub fahren. Wer mit seinem Tier verreist, muss frühzeitig eine ganze Menge Vorbereitungen treffen.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Vom Heimtierausweis über vorgeschriebene Impfungen bis hin zum korrekten Transport: Wer sich frühzeitig informiert und beizeiten mit der Reiseplanung beginnt ist klar im Vorteil, informiert die Versicherung Arag. Die Haustierbesitzer sollten sich auch vor Reiseantritt erkundigen, an welche Strände beispielsweise auch Vierbeiner dürfen oder in welchen Museen sie draußen warten müssen.

Gesetzliche Bestimmungen

Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft dürfen nicht mehr als insgesamt fünf Heimtiere mit in den Urlaub. Sonst erwecken die Tierbesitzer den Anschein, sie wollten mit den Vierbeinern Handel betreiben. Die Ausnahme: Zum Zweck der Teilnahme an Wettbewerben, Ausstellungen und Sportveranstaltungen bzw. zum Training für solche Veranstaltungen dürfen mehr als fünf Haustiere mit dem Besitzer verreisen. Die Vierbeiner müssen dann allerdings mindestens sechs Monate alt sein. Zudem benötigen die Halter einen schriftlichen Nachweis, dass die Tiere für die entsprechende Veranstaltung registriert sind.

Reisen innerhalb und außerhalb der EU

Für Reisen innerhalb der Europäischen Union ist ein europäischer Heimtierausweis vorgeschrieben, den der Tierarzt ausstellt. In dieses Dokument werden die Daten des Besitzers sowie des Tieres eingetragen. Zudem enthält der Pass die Mikrochip-Nummer, Angaben zu Impfungen, zu tierärztlichen Untersuchungen, Wurmkuren sowie Behandlungen gegen Zecken. Wer mit seinem Haustier in ein Land außerhalb der EU reisen möchte, sollte sich direkt bei der Botschaft des Ziellandes über die jeweils geltenden Bestimmungen erkundigen.

Tollwutimpfung

Die Tollwutimpfung ist obligatorisch vorgeschrieben und als Wiederholungsimpfung in der Regel drei Jahre gültig. Die Erstimpfung muss mindestens 21 Tage vor Reisebeginn ausgeführt worden sein. Es gibt auch Ausnahmen: In einigen europäischen Ländern genügt die einfache Art der Tollwut-Impfung nicht. Wer nach Irland, Malta, Finnland oder ins Vereinigte Königreich (Großbritannien und Nordirland) reist, benötigt eine so genannte Tollwut-Antikörper-Bestimmung mit positivem Ergebnis. Diese Bestimmung darf frühestens 30 Tage nach der Tollwutimpfung und muss mindestens drei Monate vor Einreise erfolgen. Für diese Länder gelten auch verschärfte Anforderungen an Bandwurmbehandlungen.

Mit dem Auto auf Reisen

Die Arag-Experten raten zu einer fest verankerten Transportbox oder einem festen Metallgitter zwischen Laderaum und Rücksitzbank. Auch ein extra Hundesitz, der auf dem Rücksitz befestigt wird, ist eine Variante für den sicheren Transport des Haustiers. Eine weitere Möglichkeit, zumindest für Hunde, ist ein spezieller Sicherheitsgurt, mit dem der Vierbeiner auf dem Rücksitz angeschnallt werden kann. Eine Anschnallpflicht für Tier besteht aber nicht. Tiere sind laut Straßenverkehrsordnung wie eine Ladung zu behandeln. Und die muss so verstaut und gesichert werden, dass sie selbst bei einer Vollbremsung oder plötzlichen Ausweichbewegungen nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, sowie herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen kann. Wer dagegen verstößt, muss bei Gefährdung mit einem Bußgeld von bis zu 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Zudem riskieren nachlässige Fahrer im Schadensfall, dass die Versicherung ihre Leistungen kürzt. Ein Rechenbeispiel: Ein Hund, der nur 20 Kilogramm wiegt, wird bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern zu einem Geschoss mit einer Durchschlagskraft von 600 Kilogramm.

Mit dem Flugzeug auf Reisen

Jede Fluggesellschaft hat ihre eigenen Bedingungen in Sachen Tiertransport. Manche Airlines nehmen erst gar keine Tiere mit. Dürfen Vierbeiner mitfliegen, fallen Gebühren für sie an und sie müssen in einer Transportbox reisen. Bei den meisten Fluggesellschaften dürfen nur kleinere Haustiere bis acht Kilogramm mit in die Flugkabine, größere Tiere reisen im Laderaum. Für bestimmte, als gefährlich eingestufte Hunderassen, gibt es Flugverbote. Darunter fallen beispielsweise Staffordshire Terrier, Bullterrier oder American Pitbull Terrier.

Wenn der Vierbeiner zu Hause bleiben muss

Während Hunde noch eher unkomplizierte Reisebegleiter sind, ist es ratsam, Katzen zu Hause betreuen zu lassen. Sie fühlen sich in einer vertrauten Umgebung am sichersten. Auch Vögel und andere Kleintiere reagieren auf Klimaveränderungen sehr sensibel und sollten auf jeden Fall zu Hause gelassen werden. Die Besitzer können Tiersitter engagieren oder das Haustier in eine Tierpension geben.

Tierhalterhaftpflicht

Grundsätzlich gilt: Fügt das Tier jemandem einen Schaden zu, muss der Halter dafür geradestehen. In unbegrenzter Höhe und gegebenenfalls sein Leben lang. Dies ist im Bürgerlichen Gesetzbuch so geregelt. Weil der Halter für sein Haustier haftet, kann ein tierisches Missgeschick im schlimmsten Fall die Existenz kosten. Eine Tierhalterhaftpflichtversicherung springt ein, wenn das Tier einen Menschen verletzt oder fremdes Eigentum beschädigt - nicht nur, wenn es auf Reisen geht.

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