28.02.2020 - 11:21 Uhr
OberpfalzDeutschland & Welt

Susi Raith im Interview: Mit lauter „Spießern“ unterwegs

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Aus einer „Raith-Schwester“ ist nun die „Susi“ geworden. Im Interview spricht Susi Raith über ihre neue Band – und über Spießer.

Susi Raith bricht mit ihrer neuen Band "Susi und die Spießer" zu neuen Ufern auf.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Susi Raith ist ein ziemlich unkomplizierter Mensch – wer mit ihr ins Gespräch kommt, merkt das recht schnell: Eine bodenständige Musikerin aus der Oberpfalz, die auch im Interview nicht gekünstelt ist. Mit dem förmlichen „Sie“ muss man sich gar nicht erst aufhalten, ihre Authentizität hat sie in den vergangenen 16 Jahren mit ihrer Schwester Tanja und ihrem Schwager Andi auf der Bühne als „D’Raith-Schwestern und da Blaimer“ bewiesen. Auch wenn das Ende dieser Formation zum Jahresende natürlich eine große Zäsur war, steht mittlerweile schon Neues bei Susi Raith auf dem Programm. Unterwegs ist sie mit der Combo „Susi und die Spießer“, auch in der Region ist sie im Laufe des Jahres mehrmals zu Gast: Am 3. April im „Schafferhof“ in Windischeschenbach, am 10. Juli auf der Naturbühne Schönberg in Grafenwöhr und am 8. November im Kunsthaus Waldsassen. Die Kulturredaktion hat sich mit Susi Raith unterhalten.

ONETZ: Susi, was ist für Dich ein Spießer? Und wie spießig bist Du selbst?

Wie es zu dem Namen der Band kam, wird erst im Konzert verraten. Aber mal ganz ehrlich: Jeder ist doch irgendwo ein Spießer auf irgendeinem Gebiet, ich zum Beispiel bei der Pünktlichkeit. Im ersten Song im Programm stellen sich alle Spießer vor.

Susi Raith bricht mit ihrer neuen Band "Susi und die Spießer" zu neuen Ufern auf.

ONETZ: Ich habe mir einige Videos von Euch im Netz angeschaut. Mir scheint es, dass Du Dich komplett zu dem entwickelt hast, was man als Singer und Songwriter bezeichnet…

Meine Lieder lagen schon lange in der Schublade und haben bei den Raith-Schwestern nicht ins Programm gepasst. Der Wunsch, sie einmal auf die Bühne zu bringen, bestand schon länger. Mein Mann Jochen ist ja Gitarrist und auch als Musiker mit dem Ringlstetter unterwegs. Wir schreiben viele Lieder zusammen und so haben wir irgendwann angefangen, ein Programm zu schreiben.

ONETZ: Für die, die noch nichts von der neuen Band gehört haben: Beschreib doch mal, wie du zu Deinen Bandkollegen gekommen bist...

Also, den Jörg Willms habe ich vor fünf Jahren über eine Freundin kennen gelernt. Er kam gerade aus Australien und hatte von dort etliche Songs mitgebracht, auch in Englisch. Dann hat es aber doch noch ein paar Jahre gedauert, bis wir richtig losgelegt haben. Das lag aber vor allem daran, dass ich so viel mit den „Schwestern“ unterwegs war und auch das ganze Booking und Management gemacht habe. Da ist meine Kreativität leider ein wenig auf der Strecke geblieben. So war der Wunsch einfach irgendwann sehr groß, wieder kreativ zu arbeiten und eben unsere eigenen Songs auf die Bühne zu bringen.

ONETZ: Wie würdest Du Euren Stil bezeichnen und wie arbeitet Ihr?

Wir singen sehr viel mehrstimmig. Mein Mann spielt Gitarre und mit den Füßen Schlagzeug - da bewundere ich ihn. Ich selber spiele Bass und Ukulele, weil wir ja schon zwei Gitarren haben, und unser Gesangszeiserl Sebastian spielt Keyboard und Quetschn. Jörg singt und spielt Gitarre. Jeder von uns schreibt und komponiert und dann tragen wir alles zusammen und so entsteht unser eigener Sound, alles sehr akustisch. Da wir alle gern reisen, entstehen viele Lieder auch irgendwo unterwegs. Wir waren 2019 in Nepal und da ist der Song „Verschenk dei Lacha“ entstanden.

ONETZ: Thematisch seid Ihr also nicht festgelegt?

Nein, in den Liedern geht es um viele Themen, einfach um alles, was bewegt. Jörg schreibt mittlerweile auch in Mundart. In unserem Programm geht es um Musik und ums Miteinander-Musik-Machen: mal laut, mal leise, mal voll, mal abgespeckt. Natürlich moderieren wir durchs Programm, aber die Musik steht im Vordergrund. Nach den ersten Auftritten haben wir sehr viel positive Resonanz erhalten, dass das Programm sehr berührt, weil es so ehrlich ist.

ONETZ: Gehören denn die Auftritte von „D‘Raith-Schwestern und da Blaimer“ endgültig der Vergangenheit an? Oder gibt es noch gemeinsame Konzerte wie beispielsweise Euer Adventsprogramm?

Geplant ist jetzt erst einmal nichts. Aber es wird sich zeigen, was die Zukunft bringt. Nebenbei studiere ich ja auch noch und bin als Dozentin unterwegs. Und ein kleines Taschen-Label habe ich auch noch. Gerade bin ich also gut eingespannt…

ONETZ: Wann gibt es den ersten Tonträger von „Susi und die Spießer“?

Gerade sind wir schon am Aufnehmen. Ich denke, es wird Sommer werden…

ONETZ: Euer Konzertplan für 2020 ist schon ziemlich voll, wie ich gesehen habe …

Ja, im Sommer spielen wir etliche Festivals wie Uferlos-Festival, Labertal- Festival, Mundart-Festival usw. Und am 3. März sind wir erst einmal im Bayerischen Fernsehen im „Vereinsheim“ dabei, da freuen wir uns schon riesig drauf.

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