Auch ohne Plastikbeutel kommt Nachhaltigkeit so nicht in die Tüte

Ehrgeizige Klimakonzepte sind in der Politik gefordert. Das Papier, das die CSU nun vorlegt, ist ein solches. Der Versuch, Klimaschutz und Wirtschaftsförderung zu kombinieren, ist aber kaum nachhaltig, meint Tobias Schwarzmeier.

Ein Mann trägt seine Einkäufe in Plastiktüten nach Hause. Mehrere Parteien fordern nun ein Verbot der umweltschädlichen Beutel.
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil
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Das sind ja gleich drei Wünsche auf einmal – das geht nun wirklich nicht." Wie beim Slogan eines Überraschungsei-Herstellers werden beim nun vorgelegten Klimakonzept der CSU fragende Töne laut. Die Strategie, das Klima zu schützen, im gleichen Zug die Wirtschaft zu fördern und den Geldbeutel der Bürger zu schonen, klingt ambitioniert. Die implizierten Widersprüche zu vereinen, aber nicht minder.

Zweifellos ist es sinnvoll, den Einzelnen zu animieren und ihn dabei zu unterstützen, seine CO2-Bilanz zu verbessern. Energieeffiziente Haushaltsgeräte und energetische Gebäudesanierung sind richtige Schritte. Aber trotz wirtschaftsfördernder Abwrackprämien bedeuten sie hohe private Investitionen.

Im hektischen Parteienwettbewerb um Klimakonzepte wirkt auch der Kampf gegen die Plastiktüte so künstlich wie das "Symbol der Umweltverschmutzung" selbst. Denn ein mehrfach verpackter gemischter Fertigsalat – mit in Plastik gehüllter Plastikgabel – kommt auch im Jutebeutel nicht umweltfreundlicher rüber.

Spürbarer Klimaschutz ist ohne besseres Recycling, neue Verpackungsarten und einer CO2-Steuer (statt fraglichem Handel mit Verschmutzungsrechten) kaum möglich. Und teuer. Mit Aktionen wie dem Plastiktütenverbot geht man nicht dahin, wo es wehtut. Man greift nur nach den letzten (Plastik-)Strohhalmen.

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