Pegnitz
08.05.2023 - 17:21 Uhr

Giftige Gase in Klinik: Polizei vermutet chemische Reaktion

Nach dem Großeinsatz an der Sana-Klinik im oberfränkischen Pegnitz hat die Polizei nun neue Erkenntnisse. Hinter dem "unbekannten Stoff" steckte wohl eine chemische Reaktion. Unter anderem: von Reinigungsmitteln.

Viele Rettungswagen stehen vor der Sana-Klinik. Am Samstagabend musste das Krankenhaus wegen eines "unbekannten Stoffes" evakuiert werden. Archivbild: vifogra/dpa
Viele Rettungswagen stehen vor der Sana-Klinik. Am Samstagabend musste das Krankenhaus wegen eines "unbekannten Stoffes" evakuiert werden.

Eine chemische Reaktion hat nach Erkenntnissen der Polizei die Räumung der Sana-Klinik in Pegnitz (Landkreis Bayreuth) am Samstag notwendig gemacht. Ein von der Klinikleitung zunächst vermuteter Gasaustritt habe sich nicht bestätigt, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberfranken am Montag. Nach bisherigen Erkenntnissen habe es eine Reaktion zwischen Reinigungsmitteln und einer weiteren, bisher unbekannten Flüssigkeit gegeben. Dabei sei es offenbar zu einer Ausdampfung gekommen, die bei einigen Betroffenen Atemwegs- und Hautreizungen ausgelöst habe.

Seit Sonntagnachmittag ist die Sana-Klinik in Pegnitz wieder in vollem Betrieb, wie die Klinikleitung über das Internet bekanntgab. Am frühen Samstagabend hatte ein Mitarbeiter der Pegnitzer Sana-Klinik bemerkt, dass ein unbekannter Stoff aus einem Kellerraum des Krankenhauses austrat. Nach Angaben der Polizeisprecherin werden in dem Raum Reinigungsmittel gelagert. Als der Mann durch die Substanz Atemwegsreizungen erlitt, wählte er den Notruf. Schließlich waren am Samstagabend rund 40 Patienten in umliegende Krankenhäuser gebracht worden.

Feuerwehr und Polizei waren bis zum frühen Sonntagmorgen vor Ort, um nach der Ursache zu forschen. Mehrere Polizeistreifen, etwa 130 Mitglieder der umliegenden Feuerwehren und rund 100 Kräfte des Rettungsdienstes waren im Einsatz. Zwei Feuerwehrleute erlitten dabei Hautreizungen.

Wie die Polizeisprecherin am Montag weiter sagte, hat die Bayreuther Kriminalpolizei inzwischen die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Möglicherweise werde das Bayerische Landeskriminalamt zur Ursachenforschung hinzugezogen.

© dpa-infocom, dpa:230508-99-610052/2

 
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