Qualität kostet. Die immer gerne benutzte Phrase tönt auch aus jeder Äußerung zu der geplanten Erhöhung der Pflegebeiträge heraus. Die Reformpläne von Gesundheitsminister Jens Spahn, das Gesundheitssystem in all seinen Aspekten verbessern zu wollen, sehen auf dem Papier zumindest teilweise gut aus.
Papier ist zwar geduldig, aber die Patienten und ihre Angehörigen sind es nicht mehr. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine riesige Lücke, die auch eine Beitragssatzerhöhung um 0,5 Prozent nicht ansatzweise schließen kann. Bereits 2015 und 2017 begleiteten höhere Beiträge die jeweiligen Reformen, die unser Gesundheitssystem in ihren heutigen defizitären Zustand führten. So wird auch ein nicht kleiner Teil der nun zusätzlichen Beträge zunächst zum Stopfen der Löcher in den Pflegekassen verwendet.
Fakt ist: Pflegende oder betreuende Angehörige stehen oft alleine da. In einer Zwangsgemeinschaft mit dienstbereiten, aber überforderten Pflegekräften, versuchen sie noch das bestmögliche für den Patienten zu erreichen. Einige Reformansätze werden greifen. Um die Situation aber entscheidend zu verbessern, braucht es selbst als "Sofortmaßnahme" viel mehr - adäquat bezahltes - Personal als nur 13 000 neue Pflegekräfte.
Eine breite Akzeptanz für diese Beitragserhöhung und auch die folgenden - stabile Beiträge bis 2022 klingen utopisch - ist da. Diese werden die Kostenexplosion aber nicht abfedern. Ein schlüssiges Gesamtkonzept und zielgerichtet eingesetzte Mittel sind nötig. Qualität kostet. Aber noch viel mehr, wenn sich spürbar etwas verbessern soll.













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