Pirk
13.11.2019 - 13:37 Uhr

Vom Umgang mit Menschen

"Kultur-Freunde Pirk" präsentieren den Maler Werner Wewior

von fsb
Werner Wewior Archivbild: tss
Werner Wewior

Die "Kultur Freunde Pirk" veranstalten im Gewölbesaal Schwab (Braugasse 7) eine Ausstellung mit Werken von Werner Wewior. Sie ist am Samstag, 16. November (16 Uhr bis 19 Uhr) und am Sonntag, 17. November (10 Uhr bis 16 Uhr) geöffnet. Bereits am Freitag, 15. November, findet um 20 Uhr die Vernissage dazu statt. Der 1949 in Vohenstrauß geborene Künstler wurde zum Graphischen Zeichner in der Firma Hueck, Pirkmühle, ausgebildet und studierte an der FH Würzburg mit dem Abschluss als Kommunikationsdesigner. Danach folgte an der Universität Mainz ein Studium für Kunst und Kunstgeschichte zum Lehramt am Gymnasium. Seine Referendarzeit führte ihn nach Fürth. Ab 1982 war er in Eichstätt und dann bis 2011 in München als Kunstlehrer tätig. Bisher waren Wewiors künstlerische Arbeiten bei Gemeinschaftsausstellungen in Bonn, Mainz, Fürth und wiederholt in Weiden und Vohenstrauß sowie bei Einzelausstellungen in Kitzingen und Weilheim zu sehen.

ONETZ: Herr Wewior, wie wurde Ihr Interesse an der Kunst geweckt?

Werner Wewior: Schon früh durch meinen Vater, der Kirchen- und Dekorationsmaler war, diese Tätigkeit jedoch nach 1945 auf Grund einer Kriegs-verletzung nicht mehr hauptberuflich ausüben konnte. Dafür malte und zeichnete er in seinem kleinen Dachatelier. Dort setzte ich mich gerne zu ihm, sah ihm zu und wurde selbst tätig. Kreide, Kohle, Aquarell und Ölfarbe waren schon sehr früh geläufige Techniken, wobei das Zeichnen meine Lieblingstechnik wurde.

ONETZ: Dabei blieb es aber nicht.

Werner Wewior: Nein, das änderte sich, als im Designstudium plakatives Arbeiten mit Gouachefarben und verschiedene Drucktechniken hinzukamen. Auch das Aquarell rückte immer stärker in mein In-teresse. Die ansatzweise schon im Atelier meines Vaters begonnene Ölmalerei wurde dann während meines Stu-diums in Mainz zur bevorzugten Technik meiner Arbeiten. Die Beschäftigung mit Vorbildern alter Meister fand ihren Niederschlag in magisch-realen, meist klein- und mittelformatigen Bildern.

ONETZ: Sie malen aber auch abstrakt.

Werner Wewior: In den 1990er Jahren wandte sich mein Interesse zunehmend dieser Art von Malerei zu. Dabei werden konstruktive und freie Motive auf Büttenpapier und Leinwand gemalt. Die figürlichen Arbeiten treten dadurch zurück, gab ich aber nicht auf. Immer präsent ist zudem das Aquarellieren von Landschaften, besonders bei Reisen. Insgesamt musste mit zunehmender Arbeitsbelastung im Beruf die künstlerische Tätigkeit immer mehr zurückgenommen werden, so dass erst nach meiner Pensionierung sich allmählich wieder die Muse und Hinwendung zum kreativen Arbeiten entwickelte.

ONETZ: Was schätzen Sie an Ihrer derzeitigen künstlerischen Arbeit?

Werner Wewior: Da meine Bilder nicht mein Broterwerb sind und ich keinen Markt bedienen muss, kann ich mich frei zwischen den ver-schiedenen Richtungen der Malerei bewegen. Es gibt Phasen, in denen die eine oder andere Richtung im Vordergrund steht, doch daneben experimentiere ich auch mit zusätzlichen Techniken wie dem Airbrush. So ist Kunst für mich immer freudvoll und nie zwanghaft.

ONETZ: Was wird in der Ausstellung in Pirk von Ihnen zu sehen sein?

Werner Wewior: Ich habe mich auf die magisch-realen Bilder konzentriert, alles Arbeiten, die bei mir im Haus hängen und von denen die wenigsten bislang bei Ausstellungen präsentiert wurden. Sie weisen im Gegensatz zu den abstrakten Bildern Inhalte vor, auch wenn diese nicht immer sofort auf der Hand liegen. Thematisch sind es Stellungnahmen zum Umgang mit den Menschen – wobei Puppen hier eine Stellvertreterrolle für Kinder einnehmen –, zum Umgang mit der Natur, aber auch Motive, die aus reiner Freude an der Darstellung entstanden sind und unsere Sehgewohnheiten bisweilen etwas stören.

 
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