01.06.2018 - 12:39 Uhr
Deutschland & Welt

Planeten-Parade am Nachthimmel

Der längste Tag des Jahres steht bevor. Die Sonne erreicht im Juni den Gipfel ihrer Jahresbahn. Zudem sind Mars, Jupiter und Saturn auffallend hell. Was hat der Sternenhimmel im Juni zu bieten?

Himmelsanblick am 15. Juni um 23 Uhr MESZ.
von Agentur DPAProfil

Schon kurz nach Sonnenuntergang kann man im Juni am westlichen Abendhimmel Venus erkennen. Bei Einbruch der Dunkelheit strahlt sie als auffälliges Gestirn. Man nennt sie häufig "Abendstern", obwohl sie gar keine selbstleuchtende Gaskugel, sondern ein Planet ist. Am 16. zieht die Sichel des zunehmenden Mondes an Venus vorbei - ein netter Himmelsanblick gegen 23 Uhr.

Doch Venus ist in diesem Sommer nicht der einzige helle Planet, der die Blicke auf sich zieht. Auch Mars, Jupiter und Saturn sind auffallend hell und gut zu beobachten. Jupiter ist nach Venus der zweithellste Planet. Am Abendhimmel sieht man ihn am Südosthimmel im Sternbild Waage. Vom Morgenhimmel zieht sich der Riesenplanet zurück. Anfang Juni versinkt er kurz vor halb fünf Uhr morgens unter dem Südwesthorizont, zu Monatsende bereits eine knappe halbe Stunde nach zwei Uhr.

Saturn steht der Sonne gegenüber und kann die ganze Nacht über gesehen werden. Am 27. kommt der Ringplanet im Sternbild Schütze in Opposition zur Sonne. Der gelblich leuchtende Saturn ist am Abendhimmel tief im Südosten zu sehen. Gegen Mitternacht entdeckt man ihn in südlicher Richtung. Saturn erreicht kurz nach ein Uhr morgens seine höchste Stellung im Süden. Zu Tagesanbruch geht er schließlich im Südwesten unter.

Die zweite Nachthälfte im Juni wird von Mars beherrscht. Seine Helligkeit steigt weiter deutlich an. Damit macht er zum Monatsende Jupiter Konkurrenz. Mars verlagert seine Aufgänge in die Zeit vor Mitternacht. Anfang Juni geht er noch kurz nach ein Uhr morgens auf, Ende des Monats schon eine halbe Stunde vor Mitternacht. Die Neumondphase tritt um 21.43 Uhr am 13. ein. Zwei Tage später passiert der Mond seinen erdnächsten Bahnpunkt, wobei er bis auf 359 500 Kilometer an unserer Erde herankommt. Am Abend des 23. überholt der Mond Jupiter im Sternbild Waage. Vollmond wird dann am 28. um 6.53 Uhr im Sternbild Schütze erreicht.

Großer Wagen hoch oben

Der abendliche Fixsternhimmel hat nun sommerlichen Charakter. Das Frühlingsdreieck aus Arktur im Bootes, Regulus im Löwen und Spica in der Jungfrau ist in die westliche Himmelshälfte gerückt. Im Osten ist dagegen das Sommerdreieck mit Wega, Deneb und Atair komplett aufgegangen. Der Große Wagen steht immer noch hoch über unseren Köpfen und ist leicht zu finden. Tief im Norden zeigt sich die bei uns zirkumpolare Kapella. Hoch im Südwesten leuchtet in der fortschreitenden Dämmerung als einer der ersten Sterne der orangerote Arktur auf. Fast zeitgleich taucht schon hoch im Osten die bläulich-weiß funkelnde Wega auf. Wega ist der Hauptstern in der Leier. Im Westen nähert sich der Löwe seinem Untergang. Tief im Süden krabbelt der Skorpion den Horizont entlang. Sein tiefroter Hauptstern Antares ist kaum zu übersehen. Nördlich des Skorpions stößt man auf das umfangreiche, aber nur aus schwachen Sternen bestehende Bild des Schlangenträgers mit der Schlange. Zwischen Großem Wagen und dem hellen Arktur befindet sich das Sternbild der Jagdhunde.

Anblick des Westhimmels gegen 23 Uhr MESZ. Am 16. Juni gesellt sich die Sichel des zunehmenden Mondes zur hellen Venus.

Die Sonne erreicht am 21. Juni exakt um 12.07 Uhr den Gipfel ihrer Jahresbahn. Dieser Zeitpunkt markiert den astronomischen Sommerbeginn. Danach beginnt die Sonne wieder mit ihrem Abstieg zum Himmelsäquator. Der Gipfelpunkt der Sonnenbahn heißt darum auch Sommerpunkt. Er liegt im Sternbild Stier nahe an der Grenze zu den Zwillingen ein wenig östlich des Sternes Propus. Noch am gleichen Tag wechselt die Sonne um 22 Uhr in das Sternbild Zwillinge. Der 21. Juni ist in unserer Breiten der längste Tag des Jahres. Er dauert in Hamburg 17 Stunden und drei Minuten, in München 16 Stunden und fünf Minuten.

Info:

Wo und wann wird in die Sterne geguckt?

Die Volkssternwarte Tirschenreuth hat im Juni freitags ab 22 Uhr geöffnet. Die Volkssternwarte Amberg-Ursensollen hat wegen Neubau geschlossen. Die Volkssternwarte Dieterskirchen (Kreis Schwandorf) hat freitags ab 21 Uhr geöffnet. Offener Stammtisch der Sternenfreunde Dieterskirchen am Dienstag, 26. Juni, ab 19.30 Uhr im „Hexenhäusl“ Dieterskirchen. (za)

Weitere Informationen:

www.sternwarte-tirschenreuth.de

www.sternwarte-dieterskirchen.de

www.volkssternwarte-amberg.de


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