Deutschland und die Welt
18.01.2019 - 16:12 Uhr

Politik in der Werbung ist mehr als nur Provokation

Immer mehr Unternehmen nutzen ihre Werbeanzeigen oder -videos für politische oder gesellschaftliche Statements. Oft sind diese Aussagen aber mehr als eine reine Provokation. Ein Kommentar von Eva-Maria Hinterberger.

Dove tauscht in seiner Werbung dünne Models durch Frauen mit Kurven aus. Bild: Dove/dpa
Dove tauscht in seiner Werbung dünne Models durch Frauen mit Kurven aus.

Nike zeigt auf seinen Plakaten einen Football-Star, der sich gegen Rassismus ausspricht, Dove ersetzt dünne Models durch Frauen mit Kurven, Eine Frau mit Kopftuch wirb für Katjes. Unternehmen müssen um die Aufmerksamkeit des Kunden buhlen. Dazu greifen sie zu politischen oder gesellschaftlichen Statements. Oft sind solche Kampagnen aber mehr als nur Provokation.

Die Werbung ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Denken wir an Spots zu Fertiggerichten: Vor 20 Jahren waren darin nur Frauen zu sehen. Mittlerweile steht oft ein Mann in der Küche. Wir haben uns verändert und damit auch die Werbung.

Und Werbung geht sogar noch einen Schritt weiter. Sie stößt Debatten an - kann zum Umdenken in der Gesellschaft beitragen. Erinnern wir uns an Bekleidungshersteller Benetton. Das Unternehmen schockte mit einem Aidskranken auf seinen Plakaten. In den 90ern, einer Zeit, in der die HIV und Aids von der Gesellschaft ignoriert, daran Erkrankte ausgegrenzt oder gar geächtet wurden. Es war eine Kampagne, die provozierte. Vor allem aber war es eine Kampagne, die ein Thema ins Gespräch brachte, das von der Gesellschaft viel zu lange ignoriert wurde.

Oft profitiert also nicht nur das Unternehmen in Form von Umsatz von einer provokanten Werbekampagne, sondern auch die Gesellschaft. Und sei es nur, dass über ein Thema gesprochen wird.

 
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