Würzburg
13.01.2026 - 15:54 Uhr

Prozess um Juwelen-Raub in Würzburg - Angeklagte schweigt

Kriminelle sollen zwei Mitarbeiterinnen eines Juweliers überfallen haben, um an Ware im Wert von mehreren Hunderttausend Euro zu kommen. Knapp ein Jahr später startet nun ein erster Prozess.

Die Angeklagte soll zwei Komplizen gehabt haben. (Archivbild) Bild: Daniel Karmann/dpa
Die Angeklagte soll zwei Komplizen gehabt haben. (Archivbild)

Mehr als zehn Monate nach einem Raubüberfall auf einen Juwelier in Würzburg hat die Angeklagte zu Prozessauftakt zu den Vorwürfen geschwiegen. Ihr Verteidiger sagte vor dem Landgericht Würzburg, seine Mandantin habe nichts von dem Tatplan gewusst. 

Am 3. März 2025 soll ein mutmaßlicher Komplize der 53-Jährigen das Geschäft ausgeraubt haben - die Beute soll etwa eine Million Euro wert sein. Die Frau ist wegen Beihilfe zur schweren räuberischen Erpressung, zum erpresserischen Menschenraub und zur gefährlichen Körperverletzung angeklagt. Für den Prozess sind insgesamt vier Verhandlungstage bis zum 6. Februar angesetzt.

Mutmaßliche Komplizen noch auf der Flucht

Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, am Vorabend der Tat mit einem der zwei anderen Verdächtigen, die bisher noch nicht gefasst werden konnten, nach Würzburg gereist zu sein. Am Abend des nächsten Tages soll das Trio eine Mitarbeiterin des Juweliers auf ihrem Nachhauseweg verfolgt haben. Die Angeklagte soll irgendwann alleine zu ihrem Hotel zurückgekehrt sein, um „Vorbereitungen für eine spätere Beutesicherung zu treffen“, so die Anklage.

Die mit einem Messer und einer Schusswaffe bewaffneten Männer sollen die Beschäftigte schließlich angegriffen haben, um ihr den Schlüssel zu dem Geschäft in der Innenstadt abzunehmen. 

Da das Opfer keinen Ladenschlüssel hatte, sollen die Verdächtigen die Frau unter Drohungen dazu gebracht haben, zu einer Kollegin zu gehen - doch auch diese hatte keinen Schlüssel. Schließlich sollen die eingeschüchterten Frauen einen Kollegen dazu gebracht haben, ihnen den Schlüssel zu geben - „unter Vorspiegelung falscher Tatsachen“, wie es in der Anklage heißt. 

Beute bis heute verschwunden 

Einer der Männer ging danach laut Staatsanwaltschaft mit den Geschädigten zum Juwelier zurück und ließ sich Schmuck und Uhren übergeben. Dabei soll der mutmaßliche Täter die Frauen stets mit der Schusswaffe bedroht haben.

Danach soll der Mann mit seiner Beute zu seinen beiden mutmaßlichen Komplizen in das Würzburger Hotel gegangen sein. Am nächsten Morgen flüchteten die Beschuldigten schließlich. 

Festnahme in Belgien

Nach Auswertung zahlreicher Spuren und Videoaufnahmen kamen die Ermittler der Verdächtigen schließlich auf die Spur. Im vergangenen Mai nahmen Polizisten die 53-Jährige in Belgien fest. Nach den Männern wird immer noch gefahndet, die Beute ist laut Staatsanwaltschaft verschwunden. Für Hinweise, die zu den Männern führen, winken als Belohnung 5.000 Euro vom bayerischen Landeskriminalamt.

© dpa-infocom, dpa:260113-930-539420/1

 
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