15.10.2021 - 14:13 Uhr
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Rätsel um roten Weiher in Schirnding

Woher kommt die rote Farbe in dem Weiher nahe der ehemaligen Porzellanfabrik bei Schirnding? Die Experten des Wasserwirtschaftsamtes haben auf Anhieb keine Erklärung. Es wurden Proben genommen.

Der rote Weiher bei Schirnding
von Autor FPHProfil

Von Matthias Bäumler

Als hätte jemand kübelweise Rote-Beete-Saft hineingeschüttet. In etwa so sieht der Weiher an der ehemaligen Porzellanfabrik in Schirnding aus. Tief dunkelrot ist das Wasser seit Donnerstag verfärbt. Jeder, der hier auf dem Wallenstein-Radweg unterwegs ist, bleibt stehen und zückt sein Smartphone für ein Foto – einen solchen Anblick gibt es nicht alle Tage. Bisher ist die Ursache der Verfärbung nicht geklärt.

Wie Landratsamts-Sprecherin Anke Rieß-Fähnrich auf Nachfrage der Frankenpost am Freitag mitteilte, scheint zumindest festzustehen, dass der Eintrag nicht aus dem Firmengelände auf der dem Wallenstein-Radweg gegenüberliegendem ehemaligen Porzellanfabrik stammt.

"Die Experten haben alle Schächte und Zuleitungen kontrolliert und nichts gefunden, was auf die Verfärbung hindeutet." Die von den Mitarbeitern der Umweltbehörden am Landratsamt hinzugezogenen Polizeibeamten entnahmen eine Wasserprobe und schickten sie zur Analyse ans Wasserwirtschaftsamt in Hof. Mit einem Ergebnis ist voraussichtlich Anfang der Woche zu rechnen.

Giftige Stoffe unwahrscheinlich

Manche Bürger in Schirnding befürchten, irgendwelche womöglich giftigen Stoffe könnten aus der nahen Klärschlammtrocknungsanlage entwichen sein. Die Trocknung sorgt seit ihrer Inbetriebnahme Ende vergangenen Jahres in der Marktgemeinde immer wieder für Ärger. Wochenlang waberte die stinkende Abluft in die Wohngebiete. Die Techniker justierten die Anlage mehrmals nach, aber ohne Erfolg.

Im Juni musste der Betreiber schließlich auf Veranlassung des Landratsamtes den Betrieb einstellen. Dass aus dem Trocknungsgebäude Stoffe ausgetreten und in den Teich gelangt sind, ist aber so gut wie ausgeschlossen. Laut eines Sprechers der Polizei in Marktredwitz gibt es nach derzeitigen Erkenntnissen keine Anhaltspunkte für ein Umweltdelikt. "Sollte sich nach der Analyse der Wasserproben dennoch herausstellen, dass giftige Chemikalien die rote Farbe verursacht haben, werden wir natürlich den Verursacher ermitteln."

Möglicherweise Algen

Der Teich ist derzeit nach wie vor zugänglich. Die Polizei appelliert daher an die Bürger, die Anlage nicht zu betreten. "Sie befindet sich schließlich auf einem privaten Grundstück." So seltsam rot das Wasser auch schimmert: Es kann sich durchaus auch um ein natürliches Phänomen handeln. Dies sagt ein Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamtes Hof auf Nachfrage. "Ja, es gibt auch rötlich schimmernde Algen. "Diese kommen immer mal wieder vor, allerdings erscheint mir das Wasser in dem Teich etwas zu kräftig rot." Ob in dem Teich Fische gehalten werden, konnte auch am Freitag niemand der an Untersuchung Beteiligten sagen. Die Anlage macht zumindest wegen der vielen im Wasser treibenden Äste keinen allzu gepflegten Eindruck. An den Rändern verlandet der Weiher zusehends. Zumindest für einige Tage genießt das verwunschen wirkende Gewässer große Aufmerksamkeit.

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