Bamberg
11.09.2026 - 04:02 Uhr

Von Rathaus bis Bierkeller öffnen historische Orte

Ob Fabrikantenvilla, mittelalterliches Wohnhaus oder Leuchtturm – der Tag des offenen Denkmals lädt am Sonntag zu besonderen Entdeckungen in ganz Bayern ein.

Denkmalfreunde können an diesem Wochenende wieder in allen Regionen sonst oft verschlossene historische Gebäude besichtigen. Dazu gibt es zahlreiche weitere Veranstaltungen. Beim Tag des offenen Denkmals werden am Sonntag (13. September) bundesweit mehr als 6.000 Denkmäler geöffnet, die Veranstalter sprechen von „Deutschlands größtem Kulturevent“. Im Internet können Interessierte recherchieren, was vor Ort angeboten wird. Allein in Bayern sind nahezu 1.000 Angebote aufgeführt.

Besonders im Fokus steht in diesem Jahr Bamberg. In der oberfränkischen Welterbestadt findet die zentrale Eröffnungsveranstaltung statt. Die bundesweite Hauptveranstaltung des Denkmaltages sei damit erstmals seit zehn Jahren wieder in Bayern zu Gast, berichtet die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Bislang fanden die Eröffnungsveranstaltungen zweimal im Freistaat statt, in Regensburg im Jahr 2007 und 2016 in Augsburg.

In Bamberg gibt es neben einem großen Bühnenprogramm mehr als 50 geöffnete Denkmäler. Dazu gehört das mitten in die Regnitz gebaute Alte Rathaus, eines der bekanntesten Bauwerke der Stadt. Zu besichtigen sind aber auch weniger bekannte Orte, etwa eine historische Bürstenwerkstatt, in der seit 1907 Bürsten hergestellt werden.

Kelleranlage erinnert an Kitzingens Vergangenheit als Bierzentrum

Im unterfränkischen Kitzingen geht es am Denkmaltag in den Untergrund. In den aus dem 19. Jahrhundert stammenden Deusterkellern werden Führungen angeboten. Die weitläufige Kelleranlage diente einst als Lager-, Gär- und Eiskeller für die Herstellung des berühmten Kitzinger Exportbiers, das die Stadt zu einem der größten Brauereistandorte machte. Da es in den Kellern kühl ist, sollen sich die Besucher warm anziehen.

In Mittelfranken wird gezeigt, wie in Bad Windsheim die Ruine eines mittelalterlichen Wohnhauses wieder zu neuem Leben erweckt wurde. Das einst stark verfallene Haus von 1437 sei mittlerweile wieder bewohnt, berichten die Organisatoren des Denkmaltages. Ohne die Unterstützung mehrerer Fördergeldgeber wäre die Wiederherstellung nicht möglich gewesen.

Fabrikantenvilla und ortsprägendes Getreidesilo geöffnet 

In der Oberpfalz wird eine ehemalige Fabrikantenvilla aus dem späten 19. Jahrhundert präsentiert. Der kubusartige Bau mit vier Ecktürmen und zentraler Kuppel wird der Stilrichtung der Neurenaissance zugerechnet, die Sanierung wurde erst kürzlich abgeschlossen. In diesem Rahmen wurden auch Wandmalereien rekonstruiert. Die frühere Unternehmervilla in Windischeschenbach wird inzwischen vom Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung genutzt.

Im niederbayerischen Bad Abbach wird ein landwirtschaftliches Lagerhaus geöffnet, das 1962 in Betrieb ging und in dem bis zu 350 Tonnen Weizen, Gerste oder Raps aufbewahrt werden können. Das Gebäude liegt relativ zentral im Ort und ist bis heute prägend, weil das 23 Meter hohe Getreidesilo weit sichtbar ist.

Alte Münze in München, südlichster Leuchtturm in Lindau

In Schwaben sind Führungen durch den südlichsten Leuchtturm Deutschlands geplant. Der 33 Meter hohe Turm markiert zusammen mit der monumentalen Skulptur eines bayerischen Löwen die Einfahrt des Lindauer Hafens. Früher war der Mitte des 19. Jahrhunderts gebaute Leuchtturm ein wichtiges Navigationszeichen für die Schifffahrt auf dem Bodensee, heute ist er eines der beliebtesten Fotomotive in der von vielen Touristen besuchten Region.

In der Landeshauptstadt öffnet unter anderem Bayerns oberste Denkmalbehörde selbst die Tore. Die Besucherinnen und Besucher erhielten an dem Dienstsitz in der Alten Münze in München, wo einst Goldmünzen geprägt wurden, Führungen, Vorträge, eine Ausstellung und ein buntes Kinderprogramm geboten, teilte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege mit. Auch die Außenstellen der Behörde in Regensburg und Thierhaupten im Landkreis Augsburg bieten Programm an.

Die Besucher können so erfahren, wie historische Gemälde restauriert und alte Gebäude erhalten werden oder wie eine archäologische Grabung abläuft. „Der Tag des offenen Denkmals ist für uns eine der wichtigsten Veranstaltungen im Jahr. Hier können wir Denkmalpflege erlebbar machen“, sagte Bayerns Generalkonservator Mathias Pfeil.

Internet können Interessierte recherchieren

zentrale Eröffnungsveranstaltung

Deusterkellern

südlichsten Leuchtturm Deutschlands

Bayerische Landesamt für Denkmalpflege

© dpa-infocom, dpa:260911-930-667694/1

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