28.11.2019 - 17:07 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Alte Musik neu entdecken

Pfingsten 2020 tauchen 16 Alte-Musik-Ensembles aus aller Welt Regensburg wieder in eine ganz besondere Stimmung. Das Festival "Tage Alter Musik" taucht die Domstadt wieder in ein besonderes musikalische Flair.

Sparkassenvorstand Markus Witt, Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Ludwig Hartmann, Stephan Schmid und Paul Holzgärtner von den Tagen Alter Musik und der neue Kulturreferent Wolfgang Dersch (von links) präsentierten das neue Programm und freuen sich auf spannende Konzerte.
von Autor MSRProfil

"Regensburg at its best!" Regensburg von seiner schönsten Seite könne man kommendes Pfingsten wieder erleben, schwärmte Markus Witt. Der Vorstand der Sparkasse Regensburg, sonst ein kühler Rechner, weiß aus eigenem Erleben von "dem besonderen Flair", in welche die Stadt bei den "Tage Alter Musik" getaucht ist. An den vier Tagen vom 29. Mai bis zum Pfingstmontag am 1. Juni wird er einige der 16 Konzerte selbst anhören, die das bewährte Programmteam für das weltweit beachtete Festival zusammengestellt hat.

Als Sponsor nahm der musikbegeisterte Bankmann an einer Pressekonferenz im Alten Rathaus von Regensburg teil, bei der das Programm der 36. Ausgabe dieses "kulturellen Höhepunkts der gesamten ostbayerischen Region" vorgestellt wurde. Zusammen mit Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer hob er die Bedeutung des Festivals hervor, welches zu "fünfzig Prozent von Fans und Besuchern aus unserer Region besucht wird" und "ein Besuchermagnet" sei. Ermöglicht und getragen werde es durch das "ehrenamtliche Engagement zahlreicher Helfer" und der Initiatoren Stephan Schmid und Ludwig Hartmann, die das musikalische Ereignis 1984 ohne irgendeinen Rückhalt ins Leben gerufen haben.

Qualität muss stimmen

Bis heute sind die Musikliebhaber gemeinsam mit Geschäftsführer Paul Holzgartner "jede Woche damit beschäftigt, nach den besten Angeboten und Ensembles zu suchen," um ein optimales Programm auf die Beine stellen zu können. Geld könne dafür nur "als add-on verstanden werden", hob Witt hervor, wichtig sei "in erster Linie die Initiative der Organisatoren".

Beim Programm zähle nur ein Kriterium, betonte Hartmann bei der Vorstellung des nächsten Festivals, "die musikalisch-künstlerische Qualität". Die müsse zu hundert Prozent stimmen, sonst komme eine Bewerbung oder ein Ensemble, welches sie im Augen hätten, gar nicht in die engere Wahl. Bei der Zusammenstellung, erläuterte er weiter, würden Vokal- und Orchesterkonzerte, Kammermusik und Solisten "der internationalen Originalklangszene" berücksichtigt. Es müsse eine "gute Mischung für die Besucher" bieten und zu den historischen Spielstätten in Kirchen und im Reichssaal des Alten Rathauses passen. Er selbst sei diesmal "unglaublich froh, dass die Dreieinigkeitskirche Am Ölberg wieder für das Eröffnungs- und das Schlusskonzert" zur Verfügung stünde. Die Renovierung des größten evangelischen Gotteshaus hatte in den zurückliegenden Jahren Aufführungen verhindert.

Eröffnet werden die Tage Alter Musik vom Ensemble La Chimera aus Italien, welches unter Leitung von Eduardo Egüez "La Pellegrina" aufführt. Diese Intermedien sind 1589 zur Hochzeit des toskanischen Großherzogs Ferdinando I. dè Medici mit Christine von Lothringen entstanden. Es sind kleine, weltliche Kantaten, Mini-Opern gewißermaßen, die als Potpourri aus Madrigalen und Orchesterstücken von verschiedenen Komponisten zusammengefügt wurden.

Neuer Ansatz

Einen neuen Ansatz verfolgen die Macher mit einer wissenschaftlichen Tagung, die am 28. und 29. Mai erstmals den Tagen Alter Musik 2020 angegliedert wird. Organisiert wird sie vom Institut für Musikwissenschaft der Universität Regensburg und ist für jedermann und -frau zugänglich. Sie steht in direktem Zusammenhang mit dem Konzert von Blue Heroen zum Thema "Cipriano de Rore and the Invention of the Venetian Madrigal" und kreist um die frühe Entwicklung des Madrigals im Venedig der 1540er Jahre. Beleuchtet wird das Thema aus musikalischer, literarischer und aufführungspraktischer Sicht.

Internationale Ausstellung

Zu den weiteren Höhepunkten zählen die Deutschlandpremieren von Ensemble Il Festino mit dem "Concerto delle Dame" und die englische Vokalgruppe Siglo de Oro mit der Missa "Tulerunt Dominum meum" von Praetorius, zudem ein großes Beethoven-Konzert zum 250. Geburtstag mit der Kölner Akademie unter Michael Willens und dem niederländischen Hammerflügel-Spezialisten Ronald Brautigam. Sie werden die Klavierkonzerte Nr. 3 und Nr. 5 mit der Prometheus-Ouvertüre im Theater am Bismarckplatz interpretieren. Neben den Konzerten findet eine international beschickte Ausstellung mit rund 60 Ausstellern historischer Musikinstrumente, Noten, Büchern und Tonträgern im Salzstadel an der Steinernen Brücke statt.

Kartentelefon 0941/ 7040072. Weitere Informationen: www.tagealtermusik-regensburg.de

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