25.04.2019 - 08:03 Uhr
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Bestattung mal anders: Letzte Reise auf der Donau

Regensburger Firma bietet Flussbestattungen an - Strömung nimmt Asche auf

Bestattermeister Christian Handl mag die Atmosphäre an der Donau. Seit kurzem bietet er auch Bestattungen in dem Fluss an.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Naturnahe Bestattungen liegen im Trend. Ein Regensburger Fachinstitut bietet seit kurzem Donaubestattungen an. Die Asche des Verstorbenen wird in einer Urne vom Schiff im Fluss beigesetzt, die Angehörigen können die Trauerfeier an Bord abhalten. Aus gesetzlichen Gründen müssen sie dafür aber bis nach Niederösterreich fahren.

Seit Bestattermeister Christian Handl in seinem Schaufenster für die Donaubestattungen wirbt, hat er etliche Anfragen bekommen. "Gerade Menschen mit Bezug zur Donau, Hafenmitarbeiter, interessieren sich dafür", erzählt der Juniorchef im Bestattungsinstitut Abschied. Bislang habe aber noch niemand das Angebot gebucht.

Urne nach Österreich

Die Idee kam Handl, weil er die Stimmung an der Donau so mag. "Der Fluss ist ein Naturereignis." Die Einäscherung findet bei einer Donaubestattung bei Regensburg statt. Die Bestattung nicht. Dem Gesetz nach seien zwar Bestattungen in Nord- und Ostsee, nicht aber in Binnengewässern erlaubt. Deshalb wird die Asche in einer speziellen Urne nach Niederösterreich gebracht. Von einem Schiff wird die Urne zu Wasser gelassen, das Gefäß löst sich auf.

Da die Donau als fließendes Gewässer keine Grenzen kennt, könnten die Angehörigen auch in Regensburg am Flussufer einen Trauerort finden. "Niemand kann mir verwehren, eine Rose in die Donau zu werfen, die zum Beisetzungsort schwimmen soll."

Bestatter als Eventmanager

Handl, der eine kaufmännische Ausbildung absolviert hat, bevor er in das Familienunternehmen seiner Eltern einstieg, zeigt sich grundsätzlich offen für neue Entwicklungen. Bestatter würden heute immer mehr zu Eventmanagern, die sich auch um Musik, Licht, Deko und Cateringservice kümmern, erzählt Handl, der an seinem Beruf vor allem den Kontakt mit den Angehörigen schätzt. "Trauerfeiern werden individueller, persönlicher", sagt er. "Das ist erfreulich." Die Nachfrage nach klassischen Erdbestattungen nehme ab. Der Bestattermeister schätzt, dass auf dem Land 60 Prozent der Verstorbenen eingeäschert werden, in der Stadt sogar 70 Prozent.

Der Trend gehe hin zu naturnahen Bestattungen - unter einem Baum, auf einer Wiese, bei einem Stein. Mit der Donaubestattung habe er nun auch das Element Wasser im Sortiment, freut sich Handl, für den "der Tod oft etwas Friedliches hat". Er hofft, Beisetzungen in der Donau auch irgendwann in Deutschland anbieten zu können.

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