Regensburg
28.11.2018 - 16:47 Uhr

Bewährte Plattform für den Nachwuchs

Die Ausstellung "Spaces 18" im "Leeren Beutel" in Regensburg präsentiert sich im Rhythmus der Zeit

Carolin Augustin thematisiert in ihrer Arbeit den optischen Rhythmus von Pfahlbauten. Bild: Susanne Wolke
Carolin Augustin thematisiert in ihrer Arbeit den optischen Rhythmus von Pfahlbauten.

"Spaces" - diese Ausstellung erfüllt Träume. Zunächst einmal den von Jürgen Huber. "In Regensburg gibt es keine Kunstakademie", bedauert der Bürgermeister bei der Eröffnung der Schau in der Städtischen Galerie im "Leeren Beutel". Um aber gleich darauf zu verkünden: "Aber ich erlebe es heute in kleinerem Maßstab so, als hätten wir eine."

Denn: Die Ausstellung von Werken Studierender und Lehrender des "Instituts für Bildende Kunst und Ästhetische Erziehung der Universität Regensburg", die Huber eröffnet, entspreche dessen Idealvorstellung. "Alles ist hier in einem Kontext" - der Politiker bezieht sich damit auf die breit gestreute Auswahl von Arbeiten sowie auf die fruchtbare Zusammenarbeit von Stadt und Hochschule: "Das macht mich glücklich"r.

Einen Traum erfüllt

Eine Aussage, die Birgit Eiglsperger unterstützt. Auch für die Inhaberin des Lehrstuhls für Bildende Kunst und Ästhetische Erziehung erfüllt diese Schau kurz vor Weihnachten einen Traum. Immerhin stellt die Professorin im "Leeren Beutel" quasi gemeinsam mit ihren Schülern aus: Ein Stockwerk tiefer war eine Woche zuvor eine eigenen Präsentation Birgit Eiglspergers eröffnet worden.

"Ich freue mich, dass beide Ausstellungen gleichzeitig zu sehen sind", das nimmt man Birgit Eiglsperger ab. Gleichsam machen die eigene Schau der Professorin und der in Regensburg mittlerweile schon traditionelle "Spaces"-Rundblick deutlich: Die Mitglieder des "Instituts für Bildende Kunst und Ästhetische Erziehung" sehen sich durchaus als ernstzunehmende Künstler. Auch ohne Akademie.

Davon vermag auch die aktuelle Ausstellung zu überzeugen. Dass Schaffende wie Chistina Kirchinger oder Lena Schabus bei dieser (Hoch)Schüler-Präsentation vertreten sind, macht fast stutzig. Schließlich haben sich die beiden seit einiger Zeit schon ihren festen Platz in der etablierten regionalen Kunstszene erworben.

Eine Position, die auch manch anderem Teilnehmer der Ausstellung in Aussicht gestellt werden kann. "Rhythmus" ist das Thema der diesjährigen Schau. Die Auslegungen der Beteiligten marschieren dabei aber nicht im Gleichschritt. So vielseitig auslegbar ist dieses Thema, dass etwa die monumentale Ansicht eines Waldrandes von Patrick Pongratz ebenso vertreten ist wie eine aufgezeichnete Performance, in der sich Lisa Langbein, Tanja Riebel, Johanna Koch und Josef Huber mit Linie, Melodie, und Form beschäftigen.

Sarkastisches Credo

"Passt sich ein einzelner nicht dem Rhythmus der Allgemeinheit an, kann das verheerende Folgen haben." So lautet zwar das sarkastische Credo eines grafischen Zyklus von Johannes Steubl. Was aber auf bayerische Schuhplattlerumzüge und nordkoreanische Militärparaden zutreffen mag, gilt für die Ausstellung "Spaces" nicht. Hier besticht gerade die geistige Vielschichtigkeit der Arbeiten. Diese wurde übrigens bei der Vernissage mit der Uraufführung einer musikalischen Komposition bekrönt: Studierende der Kompositionsklasse an der Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik in Regensburg und ihr Professor Steven Heelein zeichneten sich hierfür verantwortlich.

Nachklang und Rhythmus der diesjährigen Ausführung von "Spaces" sind also beachtlich. Dass die Städtische Galerie mit diesem zweijährig gezeigten Format bereits zum vierten Mal dem Nachwuchs eine Plattform bietet, erweist sich als Bereicherung der Regensburger Ausstellungslandschaft. Und es macht so manche Träume wahr.

Info:

Die Ausstellung „Spaces 18“ mit Werken Studierender und Lehrer des Instituts für Bildende Kunst und Ästhetische Erziehung der Universität Regensburg läuft bis zum 3. Februar 2019 in der Städtischen Galerie im „Leeren Beutel“, (Bertoldstraße 9 in Regensburg). Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr. Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar 2019. Jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei.

Eine Auswahl von Arbeiten wird gleichzeitig in der Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik (Andreasstraße 9 in Stadtamhof) gezeigt. Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm. Infos unter Telefon 0941/5072440 oder www.kunst.ur.de. (wsu)

 
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