23.04.2020 - 18:57 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Blutplasma kein Corona-Wundermittel

Auf der Therapie ruhten viele Hoffnungen. Regensburger Ärzte dämpfen diese nun. Ganz abschreiben wollen sie die Behandlung von Corona-Patienten mit Blutplasma von bereits genesenen Patienten aber nicht.

Blutplasma soll Coronapatienten helfen. Ein Wundermittel ist es aber wohl nicht
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Die Ärzte des Uniklinikums Regensburg sehen bisher keinen klaren Effekt beim Einsatz von sogenanntem Rekonvaleszenten-Plasma zur Behandlung von schwerkranken COVID-19-Patienten. "Bisher zeigt sich als erster Zwischenstand noch keine durchgreifende Verbesserung des Krankheitsverlaufes", heißt es in einer Pressemitteilung vom Donnerstag. Zuvor seien 26 Patienten mit dem Blut von genesenen Covid19-Patienten behandelt worden.

Seit 7. April injizieren die Ärzte am Klinikum Patienten das Blut von Menschen, die die Krankheit bereits überwunden haben. Die Idee dahinter: Die Antikörper im Blut der Genesenen soll den Menschen helfen, die noch gegen die Krankheit kämpfen.

Ob dies in der Praxis funktioniert, lasse sich bisher nicht klar sagen: "Bei Einzelnen ist ein Rückgang der Virusaktivität zu sehen, was allerdings auch infolge der natürlichen Heilungsvorgänge aufgetreten sein könnte", heißt es in der Erklärung. Um wirklich tragfähige Aussagen treffen zu können, bedürfe es weiterer Behandlungen und längerer Beobachtungszeiträume.

Völlig abschreiben wollen die Ärzte den Ansatz nicht: Grundsätzlich lasse sich vermuten, dass es sich "bei der Gabe von Rekonvaleszenten-Plasma um einen kausalen Therapieansatz handeln kann, da das Virus durch spezifische Antikörper inaktiviert werden soll". Deshalb bestehe durchaus Potenzial in der Therapie, die weiterverfolgt und untersucht werden müsse. Denn ein Ergebnis stimmt die Mediziner positiv: "Wesentlich ist, dass bei den bisherigen Anwendungen keine relevanten Nebenwirkungen zu beobachten waren."

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