07.04.2020 - 14:27 Uhr
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Blutplasmaspende: Uniklinik geht neue Wege beim Kampf gegen Corona

Können bereits genesene Coronapatienten anderen helfen, die noch gegen die neue Krankheit kämpfen? Das Uniklinikum in Regensburg setzt hier auf eine neue Therapie. Dabei steht Blutplasma im Mittelpunkt.

Blutplasma im Kampf gegen Corona
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Das Uniklinikum Regensburg setzt im Kampf gegen das Coronavirus bei schweren Krankheitsverläufen auf Blutplasma von genesenen COVID-19-Patienten. Laut Pressemitteilung werden hierfür Blutplasmaspender gesucht, die ihre Erkrankung überstanden und schützende Antikörper gebildet haben. Spender können sich unter der Telefonnummer 0941/944-5000 melden.

In China haben Ärzte eine Behandlung schwerkranker COVID-19-Patienten mittels Blutplasmaspende eines wieder genesenen Patienten getestet. Dabei zeigte sich eine Verbesserung des Zustandes der Patienten. Auf diesen immuntherapeutischen Ansatz wollen nun auch Ärzte im Uniklinikum Regensburg setzen. "Wir erhoffen uns, dass die Antikörper im gespendeten Plasma die Abwehrkräfte der Erkrankten stärken und ähnlich einer Impfung wirken", erklärt Dr. Robert Offner vom Uniklinikum. Die nötige Genehmigung für dieses Vefahen liegt dem Klinikum seit einigen Tagen vor. Am 6. April 2020 wurde die erste Plasmaspende entnommen, in vier Therapieeinheiten aufgeteilt und nach der pharmazeutischen Freigabe gleich am Abend an zwei schwerkranke Patienten transfundiert.

Für diese Art von Heilversuch werden Blutplasmaspender benötigt. Als Plasmaspender infrage kommen Männer im Alter zwischen 18 und 60 Jahren, die nachweislich positiv auf Coronavirus SARS-CoV-2 getestet (PCR) wurden, ausgeheilt und seit mindestens 14 Tagen komplett beschwerdefrei sind. Erforderlich sind auch zwei negative SARS-CoV-2 Testergebnisse. Sollten noch keine negativen Befunde vorliegen, die den Beleg für eine überwundene Erkrankung liefern, kann diese sogenannte Freitestung (PCR) auch am UKR nachgeholt werden. Auch Frauen kommen als Spender infrage jedoch darf aus immunologischen Gründen bei der potenziellen Spenderin noch keine Schwangerschaft vorgelegen haben. Ansonsten gelten die gleichen Anforderungen wie bei männlichen Spendern.

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