Regensburg
05.10.2023 - 15:50 Uhr

Busunglück in Venedig: Wohl 28-jähriger Regensburger unter den Opfern

Zwei Tage nach dem schweren Busunglück in Venedig mit mehr als 20 Toten läuft die Suche nach der Ursache auf Hochtouren. Auch ein Oberpfälzer soll bei dem Unglück gestorben sein.

Ein Strauß Plastikblumen ist nach einem Busunglück nahe der Unfallstelle angebracht. Nach dem schweren Busunglück in Venedig mit mehr als 20 Todesopfern ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft. Bild: Antonio Calanni/dpa
Ein Strauß Plastikblumen ist nach einem Busunglück nahe der Unfallstelle angebracht. Nach dem schweren Busunglück in Venedig mit mehr als 20 Todesopfern ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft.

Nach dem schweren Busunglück in Venedig mit 21 Todesopfern muss wohl inzwischen davon ausgegangen werden, dass auch ein 28-jähriger Regensburger unter den Opfern ist. Das berichtet die Mittelbayerische Zeitung. Der 28-Jährige sei in Regensburg zur Schule gegangen und im Landkreis Regensburg aufgewachsen. Er ist wohl eines der drei deutschen Todesopfer, die es den italienischen Behörden zufolge gibt. Für eine Bestätigung war das Auswärtige Amt für Oberpfalz-Medien bislang nicht erreichbar.

Vor Ort geht nun die Suche nach den Hintergründen des Unfalls weiter. Als Ursache wird weiterhin ein Schwächeanfall des italienischen Busfahrers vermutet. Der verheerende Vorfall hat in Italien allerdings auch eine Debatte über die marode Infrastruktur des Landes ausgelöst. So wird nun vor allem über die Sicherheit der Leitplanken auf Straßen und Autobahnen diskutiert.

Am Dienstagabend kam es in dem Festlandstadtteil Mestre der Lagunenstadt Venedig zu einem verheerenden Unfall. Der Shuttlebus eines Campingplatzes im Stadtteil Marghera - rund drei Kilometer von dem Unfallort entfernt - mit vielen Tagesurlaubern an Bord war von einer Überführungsbrücke auf eine darunter verlaufende Bahnstrecke gestürzt. Das Fahrzeug fing sofort Feuer.

Zwei Tage nach dem Unglück arbeiteten die Ermittler mit Hochdruck daran, die Hintergründe des Unfalls zu verstehen, sagte der Staatsanwalt von Venedig, Bruno Cherchi, der Zeitung "La Repubblica". Der Bus sei vor dem Sturz etwa 50 Meter an der verrosteten Leitplanke entlanggerutscht. An einer knapp zwei Meter langen Lücke zwischen den Leitplanken soll der Bus abgedriftet und gegen den Beginn der neuen Leitplanke gestoßen und dann gestürzt sein.

Einer ersten Rekonstruktion zufolge stürzte der Bus knapp zehn Meter in die Tiefe und fiel flach auf sein Dach. Wäre der Aufprall auf einer Seite erfolgt, hätte es nicht so viele Opfer und schwere Verletzungen gegeben zitierten italienische Medien einen Feuerwehrmann vor Ort. Der Bus war demnach ursprünglich drei Meter hoch - durch den Aufprall sei er auf rund 1,40 Meter zusammengequetscht worden. Das Buswrack wird nun in einer stillgelegten Lagerhalle aufbewahrt.

Laut "La Repubblica" wurden an dem Geländer seit den 1960er Jahren keine Wartungsarbeiten mehr durchgeführt. Neben der knapp zwei Meter langen Lücke kritisieren Experten zudem die Beschaffenheit der vorhandenen Leitplanke. Die Leitplanke sei zu dünn und niedrig gewesen. Auch hinter der Leitplanke und der Lücke sei nur ein verrostetes Geländer gewesen, das dem Gewicht des Busses nicht standhalten konnte, wie auf Bildern zu sehen ist.

(mit Material der dpa)

 
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